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Berlusconi vs. Monti:Ein Drittel ist noch unentschieden

So viel Neues macht vielen Bürgern die Wahlentscheidung schwer - erst recht in der wirtschaftlich unsicheren Situation, in der Italien steckt. Viele Menschen, angeblich nahezu ein Drittel der Wahlberechtigten, sind noch unentschieden, ob und für wen sie stimmen wollen. Um sie tobt nun die Wahlkampfschlacht, in der Steuern, Jobs und Wirtschaft die zentralen Themen sind.

Viele Italiener sehen ein, dass sie brechen müssen mit der alten Politik, die ihre jeweilige Klientel bedient und dabei das Gemeinwohl aus dem Blick gelassen hat. Sie verstehen, dass der Weg der Reformen, die Monti begonnen hat und die Bersani weiterführen würde, nötig ist. Es ist ein großer Wunsch nach Veränderung spürbar, weil zu vieles für die Bürger unerträglich geworden ist. Und das Jahr unter Mario Monti hat ihnen gezeigt, dass sich etwas ändern lässt.

Die neuen Regeln entfachen auch Ängste

Aber zugleich sehen viele Italiener auch, dass es ihnen jetzt schlechter geht als einst unter Berlusconi, dass sie bereits jetzt teuer bezahlen für die Veränderungen. Und dass sie alte Verhaltensmuster ändern müssten: Regeln müssen künftig für alle gelten, Durchmogeln geht nicht mehr. Statt der vertrauten Beziehungsgeflechte sollen künftig Fähigkeiten und Qualifikationen zählen. Das entfacht auch Ängste. So erklärt sich ein Teil der im Ausland nicht nachvollziehbaren Anhängerschaft für Berlusconi. Grillo profitiert von den fast täglichen Enthüllungen über Korruptions- und Finanzskandale, an denen die bisherige politische Klasse in schamloser Weise beteiligt ist.

Die alte politische Klasse wird auf jeden Fall zu den Verlierern dieser Wahl gehören, sie wird am Ende nächster Woche anders aussehen als am Anfang. Selbst Berlusconi hat einen guten Teil seiner Kandidaten ausgewechselt. Monti hat auf seiner Liste fast ausschließlich Nicht-Politiker, ebenso Grillo. Bei aller Ungewissheit, die das mit sich bringt, ist der sich anbahnende Personalwechsel in Italiens Politik auch eine große Chance, die diese Wahl bietet.

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