Belarus:Putin unterstützt Lukaschenko mit Milliardenkredit

Belarus: Die Zusammenkunft in Sotschi ist das erste persönliche Treffen von Putin und Lukaschenko seit der umstrittenen Präsidentenwahl in Belarus vom 9. August.

Die Zusammenkunft in Sotschi ist das erste persönliche Treffen von Putin und Lukaschenko seit der umstrittenen Präsidentenwahl in Belarus vom 9. August.

(Foto: AFP)

Das Nachbarland solle "in diesem schwierigen Moment" die Hilfe aus Moskau bekommen, sagt der Kremlchef bei einem Treffen mit dem belarussischen Machthaber in Sotschi.

Kremlchef Wladimir Putin hat dem belarussischen Machthaber Alexander Lukaschenko einen Kredit von 1,5 Milliarden US-Dollar zugesagt. Das Nachbarland solle "in diesem schwierigen Moment" die Hilfe aus Moskau bekommen, sagte Putin am Montag bei einem Treffen mit Lukaschenko in Sotschi.

Lukaschenko steht seit der Präsidentenwahl und den wochenlangen Massenprotesten im August unter Druck. Minsk ist wirtschaftlich von Moskau abhängig. Belarus hat dem eigenen Finanzministerium zufolge 18 Milliarden US-Dollar Schulden im Ausland - zu einem großen Teil bei Russland.

Die Zusammenkunft in Sotschi ist das erste persönliche Treffen der beiden seit der umstrittenen Präsidentenwahl in Belarus vom 9. August. Lukaschenko hatte sich nach 26 Jahren an der Macht zum sechsten Mal in Folge zum Wahlsieger erklären lassen - mit mehr als 80 Prozent der Stimmen. Die EU erkennt dieses Ergebnis nicht an. Moskau hatte Lukaschenko jedoch gratuliert.

Putin sprach sich aufgrund der angespannten Lage auch für eine Verfassungsreform in Belarus aus. "Ich denke, das ist logisch, zeitgemäß und angemessen", sagte der Kremlchef. Mögliche Veränderungen hatte Lukaschenko zuvor nicht ausgeschlossen. Die Opposition glaubt aber, dass er mit diesen Versprechungen nur Zeit gewinnen wolle.

Zugleich warnte Putin einmal mehr vor einer Einmischung des Auslands in den Machtkampf. Die Menschen sollten ohne Druck von außen in einem Dialog miteinander reden, "um diese Situation zu klären". Der Kremlchef selbst hatte zuvor Belarus für den Ernstfall auch Truppen-Unterstützung in Aussicht gestellt.

© SZ.de/dpa/dit/ghe
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