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Behörden - Potsdam:Verfassungsschutz: Mehr Zuspruch für Verschwörungstheorien

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Potsdam (dpa/bb) - Der Brandenburger Verfassungsschutz beobachtet ein wachsendes Interesse an Verschwörungstheorien. Ein "Tiefer Staat", der sämtliche Macht in seinen Händen hält oder ein "Netzwerk von Eliten", das wehrlose Kinder foltert - diese und ähnliche Verschwörungstheorien stießen auch in Brandenburg zunehmend auf Resonanz, stellt nach Angaben des Innenministeriums der Verfassungsschutzbericht 2020 fest.

Der Ausbruch der Corona-Pandemie und die damit einhergehenden Konsequenzen für das Leben der Menschen hätten diese Entwicklung mutmaßlich begünstigt, schätzt das Innenressort ein. Notwendig geworden sei die Analyse unter anderem auch deshalb, weil sich entsprechende Verschwörungserzählungen immer stärker und schneller über das Internet verbreiteten. Innenminister Michael Stübgen (CDU) will den Verfassungsschutzbericht am 23. Juni vorstellen.

Im Mittelpunkt der Analyse der Sicherheitsbehörden standen demnach Fragen wie: Welche extremistischen Verschwörungstheorien wurden 2020 besonders verbreitet? Auf welchen Online-Kanälen wurden diese Inhalte beworben? Und wo waren derartige Verschwörungstheorien außerhalb des Internets sichtbar?

Stübgen sieht in den kursierenden Verschwörungserzählungen eine gesamtgesellschaftliche Herausforderung, die ebenso ein Fall für die Sicherheitsbehörden sei. "Verfassungsfeindliche Verschwörungstheorien werden auch nach Ende der Pandemie eine Bedrohung für unsere freiheitliche demokratische Grundordnung darstellen", erklärte der Minister am Dienstag.

Soche kruden Theorien würden von "teils schrägen Gestalten wie ehemals prominenten Köchen, Tanzlehrern und Schlagersängern" verbreitet, seien aber auch Teil gezielter Desinformationskampagnen einschlägiger Nachrichtenportale. "Wir müssen verhindern, dass das Gift der Zersetzung seine Wirkung weiter entfalten kann", betonte Stübgen.

© dpa-infocom, dpa:210615-99-03959/2

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