bedeckt München 26°

Abgeordnete im neuen Bundestag:Alter und Multikulti

Das ideale Alter für die Politik scheint tatsächlich 49 zu sein. Mit 27 Abgeordneten ist eben der Geburtsjahrgang 1964 am stärksten vertreten.

Multikulti

34 Abgeordnete mit sogenanntem Migrationshintergrund werden künftig im Bundestag sitzen. Das bedeutet, dass sie mindestens einen Elternteil haben, der aus dem Ausland nach Deutschland gekommen ist. Damit stammen 5,4 Prozent der Parlamentarier aus Einwandererfamilien.

Im vergangenen Jahr waren es statt 34 noch 21 Abgeordnete - trotzdem ist das nur ein kleiner Schritt. Denn inzwischen haben 19 Prozent aller Deutschen einen Migrationshintergrund, von einem Spiegelbild der Gesellschaft kann man deshalb noch lange nicht sprechen.

Immerhin hat sich die Zahl der türkischstämmigen Politiker im Bundestag mehr als verdoppelt, elf Deutsch-Türken haben den Einzug geschafft. Mit Karamba Diaby (SPD) und Charles M. Huber (CDU) ziehen erstmals farbige Politiker ein. Diaby kam über die Landesliste in Sachsen-Anhalt, der 51-Jährige ist in Senegal geboren. "Integrationspapst", so betonte er, wolle er aber keinesfalls werden. Huber ist Sohn eines senegalesischen Diplomaten und einer Deutschen. Bekannt wurde er als Polizeikommissar in der Krimiserie "Der Alte". Beim ersten Besichtigen seiner neuen Wirkungsstätte fand er den Set Reichstag "ziemlich unübersichtlich".

Mit fast elf Prozent liegt die Linksfraktion bei den Abgeordneten aus Einwandererfamilien vorne: Die prominenteste Vertreterin ist Sahra Wagenknecht, ihr Vater ist Iraner. Die CSU steht ganz hinten auf dem Rang mit nur einem Abgeordneten: Alexander Radwans Vater stammt aus Ägypten.