Hamburger Terrorzelle, die WG der Todespiloten

In den Trümmern der am 11. September 2001 auf freiem Feld in Pennsylvania abgestürzten United-Airlines-Maschine finden Ermittler ein angebranntes Stück Papier - sie entziffern eine Hamburger Adresse. Die Spur führt die Fahnder zu einem unscheinbaren Nachkriegsbau in Hamburg-Harburg. Hier, in der Marienstraße 54 lebten Mohammed Atta, Marwan al-Shehhi und Ziad Jarrah. In dem blassgelben Haus, erste Etage rechts, hinter der Fußmatte mit der Aufschrift "Moin, Moin" haben sie die Anschläge vom 11. September 2001 geplant.

In den neunziger Jahren kamen die Männer nach Deutschland. Fleißige Studenten sollen sie gewesen sein, gläubige Muslime. Im Bücherregal stehen Werke über den "Heiligen Krieg" und in den Schubladen liegen Kopien von Bin Ladens Aufruf zum Kampf gegen die Ungläubigen. Atta (im Bild zu sehen), der Kopf der Truppe, spricht perfekt Deutsch. Doch die westliche Welt gefiel ihm nicht. Er will die Amerikanisierung stoppen, seine islamischen Wurzeln wahren.

In Afghanistan werden die Mitglieder der Hamburger Terrorzelle in Trainingslagern von al-Qaida ausgebildet. Am 11. September 2001 besteigt Jarrah den United-Airlines-Flug 93, der es nicht an sein Ziel schafft. Shehhi den United-Airlines-Flug 175, den er in den Südturm des World Trade Centers steuert. Atta sitzt im American-Airlines-Flug 11, dem ersten Flugzeug, das das World Trade Center trifft.

Bild: AP 26. Juli 2011, 13:052011-07-26 13:05:48 © sueddeutsche.de/maza/mati