Nach Vulkanausbruch:Warmwasserversorgung auf Island unterbrochen

Nach einem erneuten Vulkanausbruch auf Island haben die isländischen Behörden am Donnerstag die Notstandsstufe für die Region auf der Reykjanes-Halbinsel südwestlich von Reykjavík ausgerufen. (Foto: Almannavarnir/AP/dpa)

Die Erde unterhalb einer Halbinsel südwestlich von Reykjavík gibt keine Ruhe: Kurz nach dem jüngsten Vulkanausbruch kommt es dort erneut zu einer Eruption. Die Behörden rufen die Notstandsstufe aus.

Ein erneuter Vulkanausbruch auf Island hat die Warmwasserversorgung in dem betroffenen Gebiet gekappt. Die isländischen Behörden riefen daher am Donnerstag die Notstandsstufe für die Region auf der Reykjanes-Halbinsel südwestlich von Reykjavík aus.

Die Warmwasserleitung sei kaputt, was einen Mangel an heißem Wasser in der Region Sudurnes verursacht habe, teilte die Zivilschutz- und Polizeibehörde am Nachmittag mit. Sie rief die Bewohner und Unternehmen auf der Halbinsel zum Strom- und Wassersparen auf. Der nahegelegene Flughafen Keflavík - Islands internationaler Flughafen - stand ohne warmes Wasser da.

Die Lava fließt über eine Straße. (Foto: Marco Di Marco/AP)

Der erneute Vulkanausbruch hatte am Donnerstagmorgen nördlich des Küstenortes Grindavík begonnen. Aufnahmen aus dem Gebiet zeigten, dass die Lavamassen über eine Straße in der Region flossen.

In dem Vulkangebiet hat es in der vergangenen Zeit immer wieder spektakuläre Spalteneruptionen dieser Art gegeben, zuletzt im Januar, als die Lava auch die Ausläufer von Grindavík erreicht hatte. Die Wetterbehörde Vedurstofa hatte jüngst eine erneute Ansammlung von mehreren Millionen Kubikmeter Magma unterhalb des Gebietes verzeichnet und deshalb davor gewarnt, dass die Wahrscheinlichkeit einer zeitnahen erneuten Eruption gestiegen sei.

Nach Angaben der Wetterbehörde begann der Ausbruch am Donnerstag gegen 6 Uhr nordöstlich des Berges Sylingarfell, nachdem er sich kurz davor durch zunehmende Erdbebenaktivität angekündigt hatte. Der Riss sei etwa drei Kilometer lang, die Lava fließe zunächst hauptsächlich nach Westen, teilte die Behörde am Morgen mit. Wie lange der Ausbruch anhält, ist noch unklar.

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Von Alex Rühle, Daniel Hofer, Sarah Unterhitzenberger, Carolin Werthmann und Dominik Wierl

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