Vor Gericht:Komplizierte Ermittlungen und zahlreiche Haftstrafen

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Die Ermittlungen

Während verschiedener Ermittlungen im Darknet stieß die Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt im Mai 2017 auf die Kinderpornografie-Plattform. Die Staatsanwälte leiteten sofort Ermittlungen gegen unbekannt ein. Mit technischen Mitteln und verdeckter Fahndung durchforsteten sie die Chats und Foren von "Elysium". Eine kleine Sicherheitslücke in der Programmierung verriet ihnen letztendlich den genauen Ort des Servers, von dem "Elysium" gehostet wurde. Er stand in Limburg in Hessen. Es folgte eine Hausdurchsuchung bei dem 40-jährigen mutmaßlichen Betreiber und Administrator, die Plattform konnte daraufhin abgeschaltet werden.

Die Ermittler stellten mehrere Terabyte an Datenmaterial sicher und stießen dadurch auf einen weiteren mutmaßlichen Betreiber, den 58-Jährigen aus dem Landkreis Tübingen, sowie weitere mutmaßliche Foren-Mitarbeiter. Eine auf der Plattform verfügbare Bilderserie führte die Kriminalbeamten weiter. Auf den Bildern soll der 62-jährige Grafiker aus Landsberg mit Kindern zu sehen sein. Nach detaillierter Analyse stellten die Ermittler fest, dass der Mann auf den Bildern sich zum Zeitpunkt der Aufnahme in Österreich befunden haben müsse. Deswegen nahm das dortige Bundeskriminalamt ebenfalls Ermittlungen auf. Zunächst versuchten die Polizisten, die Kinder zu finden, die auf den Bildern zu sehen waren. Die Ermittlungen ergaben, dass diese sich in der Nähe von Wien befinden müssten. Da eines der Kinder im schulpflichtigen Alter zu sein schien, wurden alle Schulen in und um Wien besucht, alle Lehrer befragt, ob sie das Mädchen auf dem Foto erkennen würden.

Den entscheidenden Hinweis gab eine Lehrerin in Wien. Sie erkannte auf der Bilderserie ein Mädchen aus einer ihrer Klassen. So gelang es den Ermittlern den zweiten mutmaßlichen Täter auf den Fotos zu finden - den 28-jährigen Vater der Kinder. Er wurde daraufhin in seiner Wohnung im 10. Wiener Bezirk festgenommen, wo auch das siebenjährige Mädchen und ihr fünfjähriger Bruder wohnten. Im weiteren Verlauf ermittelten die Beamten mehr als 28 weitere Opfer. Insgesamt 14 Tatverdächtige wurden im Frühjahr vergangenen Jahres festgenommen, zwölf Deutsche und zwei Österreicher.

Bisherige Prozesse

Zehntausende Mitglieder sollen "Elysium" genutzt haben. Insgesamt wurden 111 000 Konten entdeckt, darunter sollen aber mehrere Doppelaccounts sein. "Manche Nutzer haben sich mit zwei oder mehreren Konten mit unterschiedlichen digitalen Identitäten angemeldet", sagt Oberstaatsanwalt Ungefuk. In Österreich und in Deutschland wurde nach der Zerschlagung der Plattform, dem sogenannten Takedown, mehreren "Elysium"-Mitgliedern der Prozess gemacht - meistens wegen Kindesmissbrauchs und der Verbreitung kinderpornografischen Materials.

Ein Ingenieur wurde Anfang des Jahres vom Landgericht in Dresden wegen Missbrauchs von zwei kleinen Mädchen und Verbreitung der Fotos und Videos des Übergriffes verurteilt. Er bekam eine Haftstrafe von fünfeinhalb Jahren.

Auch der in Wien festgenommene Vater, der seine Kinder missbraucht und an andere Täter weitervermittelt hatte, wurde bereits verurteilt: zu 14 Jahren Haft. Das Gericht war sich sicher, dass seine Frau zumindest teilweise von den Verbrechen wusste; sie erhielt deshalb sieben Jahre Haft, ein 41-jähriger Freund des Paares zwölf Jahre Haft. Er hatte sich bei Besuchen an dem Jungen und dem Mädchen vergangen. Nach einem Gutachten steht fest: Die beiden Männer werden wegen hoher Rückfallgefahr in eine "Anstalt für geistig abnorme Rechtsbrecher", wie es in Österreich heißt, verwiesen.

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