bedeckt München 24°
vgwortpixel

Vatikan:Papst-Sprecher treten überraschend zurück

FILE PHOTO: Pope Francis poses with Vatican spokesman Greg Burk and deputy Vatican spokesperson Paloma Garcia Ovejero during a meeting at the Vatican

Papst Franziskus mit Greg Burke und Paloma Garcia Ovejero. Beide sind zurückgetreten.

(Foto: REUTERS)
  • Papst Franziskus hat Vatikansprecher Greg Burke und seine Stellvertreterin Paloma García Ovejero durch einen Italiener ersetzt.
  • Wie deren Nachfolger Alessandro Gisotti und der Chef der vatikanischen Medienbehörde, Paolo Ruffini, am Montag mitteilten, dankte das Kirchenoberhaupt dem Amerikaner und der Spanierin für ihren Dienst und nahm deren Rücktritt an.
  • In der offiziellen Erklärung für den Wechsel an der Spitze des Pressesaals wurden keine Gründe genannt.

Der Sprecher von Papst Franziskus ist vollkommen überraschend zurückgetreten. Der Pontifex habe den Rücktritt des bisherigen Chefs des Presseamtes, Greg Burke, und seiner Stellvertreterin Paloma García Ovejero akzeptiert, teilte der Vatikan am Montag mit.

Interimschef werde nun der bisherige Social-Media-Koordinator der Kommunikationsabteilung, der Italiener Alessandro Gisotti. Seit langem kämpft der Vatikan mit der Umstrukturierung seiner Kommunikationsabteilung, um die Medienarbeit auf die Höhe der Zeit zu bringen. In der offiziellen Erklärung für den Wechsel an der Spitze des Pressesaals wurden keine Gründe genannt.

Journalismus "Es läuft eine Schlacht um die Macht"
Vatikan

"Es läuft eine Schlacht um die Macht"

Andrea Tornielli ist der neue Mediendirektor des Papstes. Seine Aufgabe ist es, das Wort von "Papa Francesco" in die Welt zu tragen - und gegen konservative Blogger zu verteidigen.   Von Oliver Meiler

Der US-Journalist Burke hatte das Amt vor rund zweieinhalb Jahren als erster Angelsachse übernommen. Er war vor dem Hintergrund seiner Erfahrung als Italienkorrespondent des US-Senders Fox News und seiner Mitgliedschaft in der äußerst konservativen katholischen Gemeinschaft Opus Dei zum Vatikansprecher berufen worden.

Burke wurde nun ebenso wie seine gleichzeitig ernannte Stellvertreterin nach 28 Monaten im Amt abgelöst. "Paloma und ich treten zum 1. Januar zurück. Wir denken, es ist das beste, dass der Heilige Vater zu diesem Zeitpunkt des Wandels in der vatikanischen Kommunikation komplett frei ist, ein neues Team zusammenzustellen", twitterte Burke. García Ovejero hatte vor dem Antritt im Vatikan für das spanische Radio gearbeitet, sie war die erste Frau auf dem Posten im Pressesaal.

Der Direktor des Kommunikationsdikasteriums, Paolo Ruffini, sprach von einer "autonomen und freien Wahl" der beiden Sprecher. Es stehe nun ein "schwieriger Weg" an, "diese wichtige Reform" umzusetzen. Erst vor kurzem hatte der Vatikan führende Ämter in der Kommunikationsabteilung neu besetzt.

Chefredakteur aller Medien des Kirchenstaates ist seitdem der italienische Journalist Andrea Tornielli, der für die Zeitung La Stampa jahrelang aus dem Vatikan berichtet hatte.

"Historischer" Gipfel zum Thema Missbrauch

Immer wieder kam es zu Informationspannen, die die Pressestelle ausbügeln musste. Franziskus ist auch bekannt für Alleingänge und dafür, dass er gern frei spricht. Mit dem Abtritt der beiden erfahrenen Journalisten muss der Vatikan nun mit einem neuen Team unruhige Zeiten überstehen: Derzeit steht die katholische Kirche vor allem wegen Missbrauchsskandalen in verschiedenen Ländern in der Kritik. Dem Papst selbst wird vorgeworfen, nicht genug gegen pädophile Geistliche zu tun.

Im Februar findet in Rom ein Gipfel zum Thema Missbrauch statt, der als "historisch" angesehen wird. Der internationale Medienansturm und die Erwartungen werden groß sein - die erste große Herausforderung für das neue Team. Der Interimsleiter Gisotti arbeitete lange bei Radio Vatikan und war dort auch stellvertretender Redaktionsleiter. Der 44 Jahre alte studierte Politikwissenschaftler sprach am Montag von einer "besonders anspruchsvollen Aufgabe", die auf ihn warte.

Katholische Kirche "Der Mensch ist gierig und unersättlich geworden"

Papst Franziskus

"Der Mensch ist gierig und unersättlich geworden"

Der Papst beklagt an Heiligabend die Maßlosigkeit der Menschen. Vor dem traditionellen "Urbi et Orbi"-Segen am Dienstag betont er den Wert der Verschiedenheit.