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Gewalttätige US-Polizisten:Polizei-Strategie aus den Siebzigerjahren

Da gibt es zunächst einmal die Praxis, Polizeibeamte weder an ihrem Wohnort, noch in der Gegend, aus der sie stammen einzusetzen. Das war in den Siebzigerjahren eine Strategie, um der damals grassierenden Korruption Herr zu werden.

So soll aber auch verhindert werden, dass Beamte eine emotionale Bindung zu ihrem Einsatzgebiet entwickeln. In Armenvierteln empfinden Bürger ihre Polizei deswegen oft als eine Art Besatzungsmacht.

Zu dieser strategischen Fehlentscheidung kam eine fatale Hochrüstung der Straßenkriminellen. Mit dem professionellen Drogenhandel der kolumbianischen Kartelle kam in den Achtzigerjahren viel Geld in die sozialen Problemzonen der amerikanischen Großstädte. Kriminelle konnten sich immer bessere Waffen kaufen.

Polizeigewalt in den USA

Mordanklage gegen Polizisten in Ohio

Ein zehnfacher Familienvater fährt im US-Bundesstaat Ohio ohne Kennzeichen und wird kontrolliert. Kurz darauf schießt ihm ein Polizist in den Kopf. Nun muss sich der Schütze wegen Mordes verantworten.

Mit dem Ende der zentralamerikanischen Bürgerkriege kamen auch vermehrt Kriegswaffen in Umlauf. Die amerikanische Polizei hatte damals noch ein vorsichtiges Verhältnis zu Waffen. Mit ihren Schlagstöcken, Revolvern und Flinten waren Polizisten den Gangs mit ihren Maschinenpistolen und Sturmgewehren aber deutlich unterlegen.

Dazu kam die steigende Verbreitung von Schusswaffen bei Normalbürgern. Alleine in den vergangenen sechs Jahren hat sich die Zahl verdoppelt.

Es gibt ein Entwaffnungsgebot - offiziell

Wegen dieser Ungleichheit der Waffen bildete sich bei amerikanischen Polizisten eine Notwehrmentalität mit fatalen Folgen. Offiziell gibt es zwar ein Entwaffnungsgebot. Doch wer Polizisten kennenlernt, erfährt, dass sie niemals auf die Beine schießen. Fühlen sie sich bedroht, ist der Todesschuss für sie die sicherste Methode, einer Gefahr zu begegnen.

Mit gesteigerter Aufmerksamkeit für das Thema wegen der Verbreitung von Handykameras hat das nichts zu tun. Die Zahlen steigen. Alleine dieses Jahr zählte das Onlineprojekt The Counted 637 Tote durch Polizeigewalt. 2009 waren es noch 62.

Die fehlgeleiteten Einsatzstrategien der Polizei und die Aufrüstung der Bevölkerung und der Unterwelt haben in Amerika zur Eskalation der Polizeibrutalität geführt.

Dazu kommt eine dritte Komponente - der ungebrochene institutionalisierte Rassismus. Deswegen sind es vor allem die Nichtweißen, die darunter leiden. Eine rasche Lösung wird es nicht geben.