Unwetter:Gefahr durch Schnee und Eis nimmt ab - Bundesligaspiel abgesagt

Unwetter: Mitarbeiter der Dresdner Stadtreinigung befreien am frühen Morgen die Treppen der Brühlschen Terrasse vom Schnee.

Mitarbeiter der Dresdner Stadtreinigung befreien am frühen Morgen die Treppen der Brühlschen Terrasse vom Schnee.

(Foto: Robert Michael/dpa)

In Deutschland entspannt sich die Lage etwas: Es fällt Schnee, aber kein gefrierender Regen mehr. Am Frankfurter Flughafen werden gut 300 Flüge annulliert, ein Fußballspiel in Mainz vorsorglich verschoben.

Der Deutsche Wetterdienst (DWD) hat alle Unwetterwarnungen aufgehoben. Das teilte er am Morgen mit. Das Niederschlagsgebiet verlagere sich am Donnerstag langsam von der Mitte in den Süden. "Die Gefahr von Glatteis durch gefrierenden Regen geht deutlich zurück", hieß es im Bericht zur Wetterlage des DWD. "Im Süden sind die Beläge der Straßen und Wege aufgrund der Vorwitterung zu hoch für gefrierenden Niederschlag." Dort gehe der Regen in Schneefall über.

Eine schlechte Nachricht gibt es für Fußballfans: Das Bundesligaspiel zwischen dem 1. FC Mainz 05 und 1. FC Union Berlin am Freitagabend ist wegen der Witterungsbedingungen abgesagt worden. Das Stadion in Mainz sei stark vereist und das Sicherheitsrisiko für die Zuschauer bei der Anreise zu groß, lautet die Begründung.

Seit Mittwoch hatten in weiten Landesteilen Warnungen zum Beispiel vor Glatteis gegolten. Der DWD rechnet zwar mit Schnee; von den "unwetterartigen Neuschneemengen", die er zwischenzeitlich vorhergesagt hatte, ist nun nicht mehr die Rede. In den Alpen, im Bayerischen Wald, im Schwarzwald und auf der Schwäbischen Alb werden Sturmböen erwartet, im Südwesten Deutschlands ist Dauerregen angesagt.

Experten warnen vor "erheblichen Verkehrsbehinderungen und Schneebruchgefahr". Oft liege das daran, dass viele Autofahrer keine Winterreifen benutzten. "Kommt zum Schneefall auch noch Wind hinzu, führt das häufig zur Ausbildung von Verwehungen", berichtet der DWD. Durch diese werde der Straßenverkehr ebenfalls beeinträchtigt, im Extremfall komme der Straßenverkehr zum Erliegen. Der DWD rät deshalb: "Sorgen Sie dafür, dass Sie neben ausreichend gefülltem Tank im Auto warme Bekleidung und Decken mitführen sowie warme Getränke und Lebensmittel."

Straßenverkehr

In der Nacht zum Donnerstag gab es auf mehreren Autobahnen in Deutschland massive Verkehrsbehinderungen durch das Wetter. Auf der A 3 im nördlichen Rheinland-Pfalz standen etwa 2000 Menschen nach einer ersten Polizeischätzung in kilometerlangen Staus. Besonders zwischen den Anschlussstellen Bad Honnef/Linz und Neustadt (Wied) kam der Verkehr laut Polizei in beiden Fahrtrichtungen zum Erliegen.

Weil Lkws auf der schneebedeckten Fahrbahn stecken blieben, ging auch auf den Autobahnen A 4, A 5 und A 7 in Osthessen nichts mehr. Zusätzlich zu Räumfahrzeugen der Straßenmeisterei seien Betreuungsfahrzeuge des Roten Kreuzes im Einsatz, um die Autofahrer in der Kälte mit Decken und heißen Getränken zu versorgen, teilte ein Polizeisprecher am Abend mit. Ähnliche Szenen spielten sich am frühen Donnerstagmorgen auch auf der A 44 bei Geseke in Nordrhein-Westfalen ab: Bei einer Karambolage von fünf Fahrzeugen auf der durch Schnee und Eis glatten Autobahn wurden sechs Menschen verletzt, einige von ihnen schwer. Auch hier wurde die Fahrbahn für mehrere Stunden gesperrt.

In Baden-Württemberg rechnet der DWD nicht mehr mit einer allzu hohen Glatteisgefahr, nun könnte allerdings Schnee den Verkehr lahmlegen: In Mannheim kann es demnach schon im Berufsverkehr schneien. Am Mittag gehe es dann in Stuttgart los, so der Sprecher. Richtung Allgäu sollen erst am Abend Flocken fallen.

Flugverkehr

Aufgrund der anhaltenden Glättegefahr in Hessen sind am Frankfurter Flughafen auch für Donnerstag mehr als 300 Verbindungen annulliert worden - ursprünglich geplant waren knapp 1000. Wegen Eisregens waren Flugzeugstarts am größten deutschen Airport am Mittwochmittag vorübergehend ausgesetzt worden. Fraport hatte dies damit begründet, dass die Maschinen wegen anhaltenden Eisregens vor dem Start nicht mehr sicher enteist werden könnten. Seit Mittwochnachmittag konnten wieder einzelne Maschinen abheben.

Am Münchner Flughafen, wo am Mittwoch ebenfalls viele Starts und Landungen ausfielen, läuft der Betrieb nach eigenen Angaben wieder normal.

Bahnverkehr

Bei der Deutschen Bahn läuft der Betrieb ohne größere Beeinträchtigungen. Vereinzelt könne es noch zu Einschränkungen infolge des Wetters kommen, teilte der Konzern mit. Allerdings fielen wegen des Wetters etliche Zugverbindungen von und nach Paris aus.

Schulen und öffentliche Einrichtungen

Wegen der Witterungsbedingungen ist auch am Donnerstag wie bereits am Mittwoch in einigen Landkreisen in Hessen und in Unterfranken mit Schulausfällen zu rechnen.

Ausblick auf Freitag und das Wochenende

Am Freitag gibt es im Norden und Nordwesten sowie im östlichen Bergland einzelne Schneeschauer, ansonsten bleibt es trocken, Sonne und Wolken wechseln sich ab. Die Höchsttemperaturen liegen wieder zwischen null und vier Grad Celsius. "Dann kommen ruhigere, aber kalte Tage mit viel Sonne", sagte der Experte mit Blick aufs Wochenende.

In Gebirgslagen können heftige Schneefälle zu Lawinen führen. Auch sollten Wälder nach Möglichkeit nicht betreten werden. Der Deutsche Alpenverein warnt: "Durch starke Schneefälle können Äste und Baumkronen abbrechen. Teilweise stürzen sie zu Boden, teilweise hängen sie noch in den Bäumen." Waldbesucher sollten in Gebieten mit viel Schnee äußerst vorsichtig sein.

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