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Trockenperiode im Westen der USA:Vor allem Los Angeles und das Silicon Valley sind betroffen

Nun hat Brown während seiner vierten und letzten Amtszeit als Gouverneur drastischere Maßnahmen ergriffen. Er würde ja gerne in die Geschichte eingehen als der Politiker, der Kalifornien eine schnelle Bahnverbindung zwischen Los Angeles und San Francisco ermöglicht hat oder als Pionier erneuerbarer Energien - doch keinesfalls als der, unter dessen Führung der Bundesstaat ausgetrocknet ist. Er hat also angeordnet, dass Städte und Gemeinden ihren Wasserverbrauch um 25 Prozent reduzieren müssen.

Die Speicher im San Pablo Reservoir bei El Sobrante sind nur noch halb voll.

(Foto: AP)

"Die Welt hat sich verändert, also müssen wir uns auch verändern", sagt Brown: "Die Vorstellung, dass da jeder einen netten kleinen Rasen vor der Haustür hat, den er jeden Tag bewässern darf, ist eine Sache der Vergangenheit." Einen detaillierten Plan wolle er Mitte April vorstellen, er soll vor allem die urbanen Regionen im Silicon Valley und im Großraum Los Angeles betreffen. Diese beiden Bezirke muss man sich vorstellen wie zwei riesige Schwämme, die selbst kaum über natürliche Wasserreservate verfügen, jedoch immer größer und durstiger werden und damit die Reservoirs leersaugen.

Seit der Ankündigung wird nun debattiert, wie der Bundesstaat seine Bewohner dazu verpflichten kann, Wasser zu sparen. Natürlich, das hat Brown bereits angekündigt, kann der Konsum von staatlichen Einrichtungen wie Universitäten eingeschränkt werden. Dazu sollen Grasflächen von mehr als 1100 Fußballfeldern durch dürreresistente Pflanzen ersetzt werden. Öffentliche Parks sollen künftig mit Kunstrasen ausgestattet werden. Das ist nicht unbedingt schön, spart aber Wasser.

1977 und 1990 wurden gar Gefängnisstrafen verhängt

"Jeder muss etwas tun", sagt Brown: "Und jeder kann etwas tun." Diese Aufforderung richtet sich an den Rockstar, der in den Hollywood Hills auch weiterhin seinen überdimensionalen Garten bewässern will und diesen Rasen stolz in Reality Shows zeigt. An die Mitglieder von Golfclubs, die unbedingt auf prächtigem Grün spielen wollen. Und an jeden, der weiter seinen Rasen gießt, weil das schöner aussieht. Kann man die womöglich ins Gefängnis schicken? Das passierte in den Jahren 1977 oder 1990, als schon einmal das Wasser knapp wurde und Verschwender mit hohen Geldstrafen belegt oder einem Monat hinter Gittern bestraft wurden - oder ihnen zur Warnung einfach mal das Wasser abgedreht wurde.

Californians Turn To Artificial Lawns During Major Drought

Die Menschen in Kalifornien sollen auf echtes Gras verzichten und in ihren Gärten lieber Kunstrasen verlegen.

(Foto: AFP)

"Solche Maßnahmen könnte es durchaus wieder geben, wenn die Lage noch schlimmer wird", sagt Doug Carlson von der kalifornischen Wasserbehörde. Zunächst aber will es Brown mit finanziellen Anreizen versuchen: Wer sein Haus mit einem wassersparenden System ausstattet, der soll Rabatte bekommen - wer jedoch viel Wasser benötigt, der soll über eine Änderung des Tarifsystems eine Menge Geld dafür bezahlen müssen. Brown hat bemerkt: Dieses Land funktioniert nicht über Vernunft, es funktioniert über Geld.

Natürlich gäbe es auch einen einfacheren Weg, mit der Dürre umzugehen: Wenn man es einfach regnen lassen könnte. Der Rat der amerikanisch-islamischen Beziehungen in Kalifornien hat deshalb angekündigt, in den Moscheen Salatul Istisqa aufzuführen - den traditionellen Regentanz. Allerdings haben sie das auch schon vor einem Jahr getan. Ohne Erfolg.

© sz.de/mest

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