Tod von Dschaber al-Bakr:Dienstag, 11. Oktober

Am Dienstagmorgen wird Dschaber al-Bakr um 9:45 Uhr dem Anstaltsarzt vorgeführt.

Um 10 Uhr hat er ein erstes Gespräch mit seinem Anwalt in einem Besuchsraum der JVA. Diesmal ist ein Dolmetscher dabei. Dieser wird kurze Zeit später auch für das Gespräch mit der Psychologin hinzugezogen.

Die Psychologin führt mittels Dolmetscher ein ausführliches Gespräch mit dem 22-Jährigen. Es geht vor allem darum, die Gefahr einzuschätzen, die al-Bakr für andere darstellt - und für sich selbst. Der Häftling zeigt, so formuliert es Anstaltsleiter Jacob, ein "reges Interesse" an den Haftbedingungen. Vor allem fragt er, was passiert, wenn er sich weiterhin weigert, Nahrung zu sich zu nehmen.

Die Psychologin schließt aus dem Gespräch, dass keine akute Suizidgefahr besteht. Sie empfiehlt, das Kontrollintervall von 15 auf 30 Minuten zu erhöhen.

Um 14 Uhr beschließen unter anderem der stellvertretende Leiter der JVA, die Psychologin und eine Sozialarbeiterin in einem Teamgespräch, die Empfehlung umzusetzen und teilen dies der zuständigen Aufsichtsbehörde mit.

Gegen 17:50 Uhr kommt es zu einem Zwischenfall: Al-Bakr meldet, dass die Lampe von der Decke seines Haftraums heruntergefallen sei. Bedienstete sammeln die Lampe auf, stellen fest, dass sie mitsamt Dübeln aus der Decke gebrochen ist. Die Lampe wird mitgenommen, die Zelle stromlos geschaltet, für den nächsten Tag wird eine Reparatur eingeplant.

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