Spanisches Königshaus Probleme einer Prinzessin

Leonor mit ihrem Vater König Felipe - bei der Verleihung des Ordens vom Goldenen Vlies.

(Foto: Juan Medina/afp)
  • Die ersten öffentlichen Auftritte der spanischen Thronfolgerin Leonor verlaufen holprig.
  • Erst verleiht Vater König Felipe ihr aus unerfindlichen Gründen einen Orden, dann steht sie im Mittelpunkt eines Familienstreits.
  • Nun gibt es wieder Kritik - wegen der misslungenen Abbildung der Prinzessin auf einer Münze.
Von Thomas Urban, Madrid

Ausnahmsweise sind sich die spanischen Medien von rechts bis links einig: "Nicht zu erkennen" ist die Prinzessin Leonor von Asturien auf der Münze, die die Thronfolgerin im Profil gemeinsam mit ihrem Vater, König Felipe VI., zeigt. Die staatliche Münzanstalt hat eine Auflage von einer Million Exemplaren angekündigt, die vom Herbst an zum Preis von 30 Euro in den Umlauf kommen soll. Anlass: die Gründung des später in Spanien aufgegangenen kleinen Königreichs Asturien vor 1300 Jahren. Die Monarchisten sind stocksauer über die Fehlleistung des Künstlers, die links orientierten Republikaner fragen hämisch, wer denn im Königshaus dieses misslungene Profil abgesegnet habe.

Ihre Königliche Hoheit Leonor de Todos Los Santos de Borbón y Ortiz, Prinzessin (Fürstin) von Asturien, von Gerona und Viana, Gräfin von Cervera, Herrin von Balaguer, wie die wichtigsten ihrer Titel lauten, ist seit ihrem zwölften Geburtstag im Oktober gewissermaßen eine öffentliche Person. Die behütete Kindheit ist vorbei, sie wird nun in die "Repräsentation der Krone" eingebunden.

Die verhasste Münze.

(Foto: FNMT)

Allerdings verlief schon der Start sehr holperig, woran die schüchtern wirkende Leonor indes gänzlich unschuldig war. Da gab es die bizarre Idee ihres Vaters, ihr zu seinem 50. Geburtstag im Januar den Orden vom Goldenen Vlies zu verleihen, die höchste Auszeichnung, die ein spanischer König für "Verdienste um die Krone" vergeben kann. Als Felipe seine Tochter während der vom Fernsehen übertragenen Verleihung ermahnte, künftig die Verfassung zu verteidigen, die ja seinen privilegierten Job festschreibt, wirkte Leonor noch verschüchterter als sonst, so als wolle sie am liebsten fortlaufen.

"Arme Prinzessin!", so stand es in vielen Beiträgen im Internet. Manche Kommentatoren fragten spitz, welche Verdienste für das Land die Zwölfjährige denn aufweisen könne. Linke Oppositionsgruppen, die die vom Diktator Franco wiedereingeführte Monarchie abschaffen wollen, befanden: "Felipe hätte kaum besser demonstrieren können, wie volksfern er ist." In der Tat versteckt sich der König derzeit vor seinem Volk, er will wohl die Stürme um das Lotterleben seines Vaters Juan Carlos aussitzen, dem nun sogar ein Prozess wegen Korruption und Steuerhinterziehung droht.

Und dann gab es auch noch den Zwischenfall nach der Ostermesse in der Kathedrale von Palma de Mallorca, an der die Königsfamilie traditionell teilnimmt: Die frühere Königin Sofía wollte sich mit ihren beiden Enkelinnen fotografieren lassen, mit Leonor und deren jüngerer Schwester. Doch Königin Letizia versuchte, ihre Töchter von der Großmutter wegzuziehen. Felipe verhinderte im letzten Moment einen Eklat. Dennoch wurde für das ganze Volk offenbar, was die Hofberichterstatter seit Langem wissen: Zwischen Letizia, der Aufsteigerin aus der unteren Mittelschicht, und ihren Schwiegereltern herrscht kalter Krieg.

Und nun die verunglückte Münze. Ganz schön viel auf einmal für die schmalen Schultern der Thronfolgerin. Aber vielleicht bekommt sie es ja nicht mit. Mit ihrer Schwester verbringt Leonor den Sommer in einem Ferienlager für reiche Kinder an einem geheim gehaltenen Ort in den USA.

Promis Juan Carlos droht die völlige Demontage

Spanisches Königshaus

Juan Carlos droht die völlige Demontage

Der frühere spanische König steht unter dem Verdacht, Bestechungsgelder in zweistelliger Millionenhöhe angenommen zu haben. Die Quelle, die ihn belastet, ist eine Ex-Geliebte.   Von Thomas Urban, Madrid