Sexualisierte Gewalt an Kindern:"Für das Kind bedeutet die Situation, ganz verlassen zu sein"

Sexualisierte Gewalt an Kindern: Können Kinder, die schwere sexualisierte Gewalt in ihrer Familie erlebt haben, überhaupt jemals wieder Vertrauen fassen? Ja, sagt der Psychotherapeut Martin Janning, aber das braucht eine lange Zeit.

Können Kinder, die schwere sexualisierte Gewalt in ihrer Familie erlebt haben, überhaupt jemals wieder Vertrauen fassen? Ja, sagt der Psychotherapeut Martin Janning, aber das braucht eine lange Zeit.

(Foto: Alessandra Schellnegger)

Im Missbrauchskomplex Münster beginnt der Prozess gegen die Mutter eines Opfers. Wie verarbeiten Kinder eine solche Tat? Und wie lernen sie, wieder vertrauen zu können? Ein Gespräch mit dem Psychologen Martin Janning.

Interview von Kerstin Lottritz

Nach Fällen von schwerer sexualisierter Gewalt wie in Münster, Lügde oder Staufen landen die Täter schließlich im Gefängnis, meist mit anschließender Sicherheitsverwahrung. Doch was passiert mit den Kindern, die oft jahrelang auf brutale Weise sexuell misshandelt worden sind? In ihre Familie können viele von ihnen nicht zurück, denn die Eltern, die sie eigentlich hätten beschützen sollen, waren die Täter oder haben sie den Tätern ausgeliefert. Einen sicheren Ort und eine therapeutische Übergangshilfe finden sie etwa im Kinder- und Jugendheim der Caritas in Rheine. Martin Janning, Leiter des Heilpädagogischen und Psychologischen Dienstes, hat jahrelange Erfahrung darin, diesen Kindern zu helfen, neues Vertrauen zu entwickeln.

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