SZ-Kolumne "Bester Dinge":Quamback des Quaggas

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(Foto: Quagga Project/dpa)

Dienen die Streifen des Zebras als Mückenschutz? Oder sind sie nur Angeberei? Egal, protzen können zumindest die Züchter, die die Quaggas, Zebras fast ohne Streifen, nach 130 Jahren wiederbelebt haben.

Von Titus Arnu

Wozu haben Zebras eigentlich Streifen? Dazu gibt es nicht weniger als 18 wissenschaftliche Theorien, in denen von Tarnung, Wärmeregulierung, Disco-Effekten, Angeberei und sozialen Funktionen die Rede ist. Wahrscheinlich sind die Streifen vor allem ein natürlicher Mückenschutz: Die schlafanzugartige Fellfarbenstruktur schreckt laut einer japanischen Studie Bremsen und Fliegen ab. Die Wissenschaftler bemalten zum Test schwarze Kühe mit weißen Zebrastreifen.

Manche Zebras haben mehr, andere weniger Streifen. Das Quagga war eine Unterart des Steppenzebras, es sah aus wie ein Zebra beim Striptease. Die Tiere waren nur am Kopf und am Hals gestreift. Quaggas streiften noch im 19. Jahrhundert durch das südliche Afrika. Rinderfarmer und Jäger aus Europa knallten alle Quaggas ab, weil sie als Fresskonkurrenz auf dem Weideland galten. Im August 1883 starb das letzte Tier im Zoo von Amsterdam. Seitdem gilt das Quagga als ausgestorben - was nicht nur wegen seines coolen Namens und der schicken Camouflage-Optik jammerschade ist. Es ist ein weiteres Beispiel dafür, wie idiotisch, egomanisch und kurzsichtig sich Menschen in der Natur aufführen.

Doch nun feiert das Quagga ein Quamback. Seit 1987 kreuzen Biologen in Südafrika Zebras mit geeignetem Genpool, ihr Ziel ist die Rückzüchtung des streifenlosen Quaggas. "Wir haben mittlerweile einen Bestand von insgesamt 200 Tieren", sagt March Turnbull vom Quagga-Projekt der Universität Stellenbosch. Nach dem aus Deutschland stammenden Zoologen Reinhold Rau, der als geistiger Vater des Projekts gilt, werden die Tiere Rau-Quagga genannt. Sehr schön, lasst uns eine Pyjama-Party feiern!

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