Prozesse - Strasburg (Uckermark):Nebenbuhler niedergestochen: Teilgeständnis

Brandenburg
Eine Ausgabe des Strafgesetzbuchs und der Strafprozessordnung stehen in einem Gerichtssaal. Foto: Sebastian Gollnow/dpa/Symbolbild (Foto: dpa)

Direkt aus dem dpa-Newskanal

Neubrandenburg (dpa/mv) - Im Prozess um eine Messerattacke gegen einen Nebenbuhler in Strasburg (Vorpommern-Greifswald) hat der Angeklagte ein Teilgeständnis abgelegt. "Ich wollte, dass der Mann meine Wohnung verlässt", sagte der 46-Jährige am Donnerstag beim Prozessauftakt am Landgericht Neubrandenburg.

Deshalb habe er ein Messer gegriffen und in die Richtung des Kontrahenten gestoßen, der nach einem angeblichen "Mädelsabend" bei der Lebensgefährtin übernachtet hatte. Als der andere Mann floh, habe er nicht gewusst, dass der Nebenbuhler schwer verletzt war. Die Staatsanwaltschaft wirft dem Angeklagten versuchten Totschlag vor.

Der Vorfall hatte sich im April 2020 in der Wohnung des Angeklagten und seiner Lebensgefährtin in Strasburg ereignet. Der 46-Jährige und die Frau waren seit acht Jahren zusammen - Probleme habe es eigentlich nicht gegeben.

Am Tag vor dem Vorfall habe die Frau erklärt, sie wolle einen "Mädelsabend" machen - da sei er zu Freunden gefahren. Weil es zu kalt war, habe er der Frau aber per Handy geschrieben, dass er zurückkomme und zu Hause schlafen wolle. Es sei ausgemacht worden, dass die angebliche Freundin im Schlafzimmer übernachten sollte. Der Angeklagte übernachtete im Wohnzimmer, ohne etwas zu ahnen.

Am nächsten Morgen war er schon wieder weggefahren, hatte aber einen Schlüssel vergessen und kam zurück. Da saßen die Frau und ihr Besucher aus Prenzlau (Brandenburg) beim Frühstück. Beide sollen sich über das Internet kennengelernt haben. Es kam zu einer Schlägerei und der Messerattacke.

Der Geschädigte floh mit vier Stichen in Bauch und Rücken. Ein Nachbar holte Hilfe - eine Notoperation rettete dem Opfer das Leben, hieß es. Der Tatverdächtige floh mit einem Auto, stellte sich aber später in Pasewalk der Polizei.

Der Prozess wird am 7. Dezember fortgesetzt, ein Urteil wird bisher Anfang Januar erwartet.  

© dpa-infocom, dpa:211124-99-129754/3

Zur SZ-Startseite

Lesen Sie mehr zum Thema

Süddeutsche Zeitung
  • Twitter-Seite der SZ
  • Facebook-Seite der SZ
  • Instagram-Seite der SZ
  • Mediadaten
  • Newsletter
  • Eilmeldungen
  • RSS
  • Apps
  • Jobs
  • Datenschutz
  • Kontakt und Impressum
  • AGB