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Prinz Andrew im BBC-Interview:"Ich trete mich jeden Tag dafür"

Prince Andrew

"Ich habe enttäuscht, so einfach ist das", sagt Prinz Andrew in einem BBC-Interview zu seinem Verweilen bei Jeffrey Epstein.

(Foto: AP)
  • Laut BBC stellt sich Prinz Andrew erstmals in einem Interview Fragen zu seinen Besuchen bei dem Multimillionär und mutmaßlichen Sexualstraftäter Jeffrey Epstein.
  • "Ich trete mich jeden Tag dafür" sagte der Duke of York, der zweite Sohn der britischen Königin Elizabeth II, in einem Vorab-Ausschnitt des Interviews.
  • Im August hatte Virginia Giuffre, eines der bekannteren mutmaßlichen Opfer Epsteins, den Namen des britischen Prinzen Andrew mit der Affäre Epstein wiederholt in Zusammenhang gebracht.

Prinz Andrew bereut den Aufenthalt bei dem mittlerweile verstorbenen mutmaßlichen Sexualstraftäter Jeffrey Epstein. In einem am Freitag veröffentlichten Auszug aus einem BBC-Interview sagte er, sein Verweilen bei Epstein sei "für ein Mitglied der Königlichen Familie nicht geziemend" und "enttäuschend".

Der US-Multimillionär hatte sich Anfang August in einem Gefängnis in Manhattan das Leben genommen. Ihm wurde vorgeworfen, minderjährige Mädchen zur Prostitution gezwungen zu haben. Prinz Andrew war wie viele andere Prominente mit Epstein befreundet und sieht sich deswegen schweren Vorwürfen ausgesetzt. Bereits im Sommer hatte er sich deshalb zu einer Erklärung genötigt gefühlt.

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Im August war in Gerichtsakten, die im Zusammenhang mit Epstein veröffentlicht worden waren, mehrmals der Name des Duke of York aufgetaucht. Zwei junge Frauen hatten ihn des Missbrauchs beschuldigt. Das Königshaus hatte das in Pressemitteilungen zurückgewiesen. Prinz Andrew, hatte es zudem geheißen, sei abgestoßen von dem, was nun über Epstein bekannt werde.

Immer wieder waren Aufnahmen aufgetaucht, die Prinz Andrew mit Epstein oder in dessen Anwesen in New York zeigten - selbst nachdem der Multimillionär bereits eine erste Gefängnisstrafe wegen der Vorwürfe abgesessen hatte.

Andrew spricht in dem vorab veröffentlichten Videoausschnitt der BBC den Fakt an, dass er auch nach dessen Verurteilung noch zu Epstein gestanden habe: "Ich trete mich jeden Tag dafür, denn das geziemt nicht dem Verhalten eines Mitgliedes der Königsfamilie." Vielmehr bemühe sich die Königliche Familie, die höchsten Standards und Bräuche aufrechtzuerhalten. Er habe enttäuscht, so einfach sei das.

Virginia Giuffre, eines der Öffentlichkeit bekannteren mutmaßlichen Opfern im Epstein-Fall, hatte im Gericht nach Epsteins Tod bei ihrer Aussage den Namen des britischen Prinzen Andrew mit der Affäre Epstein in Zusammenhang gebracht: Sie sei zum Sex mit ihm gezwungen worden, sagte sie schon 2011. "Er weiß, was er getan hat", so Giuffre im August vor Gericht, "ich hoffe er macht reinen Tisch."

Andrew wiederholte im Vorab-Ausschnitt des BBC-Interviews, er habe keine Erinnerung an ein Treffen mit einer Frau, die sage, sie sei im Alter von 17 Jahren zu Sex mit ihm gezwungen worden. Auf die Frage der Journalistin, warum er im Haus eines verurteilten Sexualstraftäters geblieben sei, antwortete Prinz Andrew, im Nachhinein sei das natürlich die falsche Entscheidung gewesen. "Aber zu der Zeit habe ich noch geglaubt, es sei eine richtige und achtbare Entscheidung gewesen."

Laut BBC ist es das erste Mal, dass sich der zweitälteste Sohn von Königin Elizabeth II. Fragen zu dem Missbrauchsskandal um den gestorbenen US-Multimillionär Jeffrey Epstein stellt. Am Samstagabend um 22 Uhr britischer Zeit soll das Interview bei BBC 2 ausgestrahlt werden.

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