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Polizei - Berlin:Polizist soll Afghanen geschlagen haben

Berlin
Eine Statue der Justitia mit einer Waage in ihrer Hand. Foto: David-Wolfgang Ebener/dpa/Symbolbild (Foto: dpa)

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Berlin (dpa/bb) - Berlins Innensenator Andreas Geisel (SPD) hat eine anstehende Gerichtsverhandlung gegen einen Polizisten wegen des Verdachts von Gewalttätigkeiten begrüßt. Dass es 2017 zu einem Übergriff auf einen Afghanen gekommen sein soll, "ist für einen Polizisten untragbar", sagte Geisel am Donnerstag bei einem Besuch der Polizeiakademie Berlin. "Deswegen ist es richtig, jetzt diese Gerichtsverhandlung zu führen."

Der Vorfall stammt laut Geisel aus dem Jahr 2017. Zuvor sei der Polizist Mitglied der Ermittlungsgruppe Rechtsextremismus (EG Rex) in Neukölln gewesen, aber dann abgelöst worden. "Ich betone nochmal, das ist nicht die Polizei von heute."

Nach einem Bericht des Senders RBB und der "Berliner Morgenpost" wird derzeit am Amtsgericht Tiergarten ein Verfahren gegen den Polizisten wegen gemeinschaftlicher und gefährlicher Körperverletzung am 5. April 2017 geführt. Der Polizist soll zusammen mit zwei weiteren Tätern am S-Bahnhof Karlshorst einen 26-jährigen Afghanen zusammengeschlagen haben. Zeugen berichteten, er habe das Opfer auch rassistisch beleidigt. Das Strafverfahren war zwischenzeitlich eingestellt worden, weil sich das Opfer nicht in Deutschland aufhielt.

Die EG Rex sollte die rechtsextreme Szene nach damaligen Drohungen und Brandanschlägen gegen politische Gegner im Auge behalten. Der Polizist ist derzeit weiter im normalen Dienst, die Polizei wartet den Ausgang des Strafverfahrens ab.

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