Organisierte Kriminalität:In Europa sind 5000 internationale Verbrecherbanden aktiv

Workshop Internetkriminalität in Frankfurt am Main

Symbolbild: Darstellung der Aktivität eines sogenannten Botnetzes. Internetkriminalität ist ein wachsendes Problem in Europa.

(Foto: picture alliance / dpa)
  • Die Europäische Polizeibehörde Europol hat eine neue Studie zu Organisierter Kriminalität vorgelegt.
  • Es ist die größte Untersuchung ihrer Art bislang.
  • Demnach sind mehr als 5000 internationale Verbrecherbanden mit Mitgliedern aus 180 Nationen in Europa aktiv.

Verbrecherbanden bereiten der Polizei immer größere Probleme. Das geht aus der bislang größten Untersuchung über die Organisierte Kriminalität in Europa hervor, die Europol heute in Den Haag vorgelegt hat. Dem Bericht zufolge haben mehr als 5000 internationale Banden mit Mitgliedern aus mehr als 180 Nationen Europas Unterwelt unter sich aufgeteilt. Die Zahl ihrer Verbrechen hat in den vergangenen vier Jahren deutlich zugenommen. Die Analyse der Daten ergab zudem, dass die Gruppen über Grenzen hinweg arbeiten und modernste Technologien einsetzen.

Der Drogenhandel sei noch immer der größte Markt für die mafiaähnlichen Banden, heißt es in der Untersuchung. Drogenhändler machten jährlich einen Profit von etwa 24 Milliarden Euro - der Großteil davon werde mit synthetischen Drogen umgesetzt. In den vergangenen fünf Jahren seien 419 vorher unbekannte psychoaktive Substanzen in der EU entdeckt worden.

Als zunehmende Bedrohung der Bürger in Europa betrachten die Ermittler Cyberkriminalität. 85 Prozent der Bevölkerung hätten demnach Angst, Opfer eines Internet-Verbrechens zu werden. Hacker würden zunehmend im Netz Daten stehlen. Außerdem betrachten die Experten das Dark-Net als zunehmendes Problem. Kriminelle würden sich vermehrt in den anonymen, schwer zugänglichen Teil des Internets begeben, um ihre verbotenen Waren anzubieten.

Im Zuge der Migrationskrise habe der Menschenhandel deutlich zugenommen. Geschmuggelte Personen würden oft in Europa sexuell oder als billige Arbeitskräfte ausgenutzt.

Immer wichtiger werde der Zusammenhang zwischen Terrorismus und der Organisierten Kriminalität, warnen die Autoren der Studie. Die Politik dürfe diese Entwicklung nicht aus den Augen verlieren.

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