SZ-Kolumne "Bester Dinge":Das neue Gardemaß

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(Foto: Tim Oelbermann/Imago)

Großartige Neuigkeiten: In NRW können sich zukünftig auch Menschen bei der Polizei bewerben, die kleiner sind als 1,63 Meter. Eine riesige Sache!

Von Titus Arnu

Als kleiner Mann von der Straße fühlt man sich, um ein großes Wort zu verwenden, leicht diskriminiert. Wer körperlich kürzer ist als der deutsche Durchschnittsmann, also unter 1,80 Meter, wird schnell mal von oben herab lächerlich gemacht. Gegen diese Überheblichkeit kommt man nur mit Plateauschuhen an und mit Humor, der größten Waffe der Kleinen. Nicht zufällig sind einige der größten Komiker der Geschichte eher zierlich geraten: Charlie Chaplin, Buster Keaton und Mel Brooks, jeweils 1,65 Meter. Louis de Funès (1,64 Meter) spielte im Film "Der Gendarm von St. Tropez" einen kleinen Dorfpolizisten, der sich mit den Großen, Schönen und Reichen anlegt.

Bei der Polizei in Nordrhein-Westfalen hatten kleine Menschen dagegen bislang nicht mal geringe Chancen, sie hatten gar keine. Es durften sich nur Männer und Frauen bewerben, die mindestens 1,63 Meter groß sind. Warum eigentlich? Kleine können sich bei der Verfolgung von Straftätern viel besser verstecken als Große und Dicke. Ihnen reicht ein Fiat 500 als Streifenwagen. Für ihre Uniformen braucht man deutlich weniger Stoff.

Nun hat die NRW-Polizei die umstrittene Regelung gekippt. In Zukunft können auch Bewerber und Bewerberinnen unter 1,63 die Ausbildung beginnen, wenn sie den Eignungstest bestehen und eine zusätzliche Sportprüfung ablegen. Das teilte das Innenministerium in einem Bericht an den Landtag mit. Ein Grund ist, dass die NRW-Landespolizei zu klein ist - nicht körperlich, sondern mengenmäßig. Um die Einheiten um 3000 Personen pro Jahr zu vergrößern, braucht man auch kleinere Bewerber. Insgesamt also eine Riesensache!

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