SZ-Kolumne "Bester Dinge":Ho ho ho statt "Pizza Hot Dog"

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(Foto: Robijn Page via www.imago-images.de/imago images/Westend61)

Geschenke kaufen, das war auch mal leichter. Aber halb so wild: Kommt der Nikolaus eben digital.

Von Marcel Laskus

Die vorweihnachtliche Logistik kollabiert fast, wie jeder weiß, der in den letzten Tagen online etwas bestellt hat. Spielzeughändler stehen vor leeren Regalen. Mikrochips sind so rar, dass die neue Playstation 5 bisher vermutlich noch seltener ausgeliefert wurde als die "Pizza Hot Dog" jemals. Und auch Onlineversandhändler mit Premium-Lieferung sind nicht mehr das, was sie mal waren.

Aber es gibt ja Hilfsmittel, um doch noch in eine Art Ho-ho-Hochgefühl zu kommen. Das Bistum Essen überbringt jedem, der mag, einen Gruß vom Nikolaus, und zwar als Sprachnachricht auf Bestellung. Auswählbar als Stil der Ansprache ist der Freundeskreis, die Familie, ein Kollege oder ein Kind. Dazu schreibt man den Namen des zu Grüßenden und schickt die Nachricht per Messenger an die Nummer 0160 927 923 79. Geliefert wird die Sprachnachricht dann pünktlich zu Nikolaus, was ganz klar eine nette Sache ist. Zur Wahrheit gehört aber auch, dass - kirchliche Disruption hin oder her - auf diesem digitalen Weg ausdrücklich keine materiellen Geschenke überbracht werden können. Keine Playstation 5 und nein, nicht mal Socken.

Praktisch sind dagegen private Verkaufsangebote im Internet, die fernab aller Lieferketten-Sorgen wie geschmiert laufen. Gebrauchte Spielkonsolen und hoffentlich neuwertige Socken gibt es dort, aber auch den einen oder anderen Nikolaus zur Miete. Der kommt dann nicht persönlich vorbei, sondern auf den Bildschirm über Zoom. "Inhalt und Ablauf der Präsentation erfolgt ganz nach Ihren Wünschen", schreibt ein Anbieter mit stattlichem Bart und einer Antwortrate von 100 Prozent. Nicht nur auf schöne Worte, sondern auch auf handfeste Ware darf man hier also hoffen.

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