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Neun Jahre auf der Flucht:Polizei schnappt Camorra-Boss

Giuseppe dell'Aquila steht auf der Liste der 30 gefährlichsten gesuchten Verbrecher, jahrelang versteckte er sich vor der italienischen Polizei. Nun haben die Beamten bei Neapel zugeschlagen.

Italiens Polizei ist erneut ein Schlag gegen die neapolitanische Camorra gelungen. Die Fahnder konnten den 49-jährigen Giuseppe dell'Aquila in einer Villa in Varcaturo, nördlich von Neapel festnehmen, berichteten italienische Medien.

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Polizeibeamte führen Giuseppe dell'Aquila in Neapel ab, einen "grausamen Mörder", wie ihn der Mafia-Aussteiger Salvatore Giuliano bezeichnet.

(Foto: AFP)

Das Innenministerium in Rom führte den seit 2002 flüchtigen Mafioso auf der Liste der 30 gefährlichsten gesuchten Verbrecher. Er gilt als Nummer Eins der Camorra-Clans Contini und Mallardo. Ihm werden Erpressung, Raub und Geldwäsche zur Last gelegt.

In den 80er Jahren soll Dell'Aquila die "Allianz von Secondigliano" mitgegründet haben. Das Kartell aus mehreren Camorra-Clans kontrollierte nach einer langen, blutigen Fehde über Jahre die Gegend um Neapel.

Neun Jahre lang war es Dell'Aquila gelungen, den Fahndern zu entwischen. Im April 2009 verließ der Boss sein Versteck bei Neapel nur wenige Stunden vor dem Eintreffen der Polizei. Im August desselben Jahres sprang er von einem Boot ins Meer, um der Festnahme zu entgehen. Der Mafia-Aussteiger Salvatore Giuliano hatte dell'Aquila als "grausamen Mörder" beschrieben, der etwa hundert Menschen umgebracht habe.

Im vergangenen Frühjahr waren den Beamten die mutmaßliche Nummer zwei des Camorra-Clans Casalesi, Mario Caterino, sowie der mutmaßliche Finanzchef des Casalesi-Clans, Vincenzo Schiavone, ins Netz gegangen.

Die neapolitanische Camorra und ihre Methoden sind in den vergangenen Jahren durch den Bestseller "Gomorrha - Reise in das Reich der Camorra" des Autors Roberto Saviano und die gleichnamige Verfilmung von 2008 auch international bekanntgeworden.

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