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Myanmar:Mindestens 34 Tote bei Fährunglück

Helfer begleiten eine Überlebende an Land.

(Foto: AFP)
  • Bei einem Fährunglück in Myanmar sind offenbar mehr als 40 Menschen ums Leben gekommen. 34 Menschen wurden bereits tot geborgen.
  • Das Schiff mit 214 Passagieren an Bord sank am späten Freitagabend (Ortszeit) bei hohem Wellengang.
  • Einwohner der Hafenstadt Taunggok gehen davon aus, dass noch mehr Menschen an Bord waren als von der Regierung offiziell angegeben.

Bei einem Fährunglück vor der Küste von Myanmar sind mindestens 34 Menschen ums Leben gekommen. Mindestens zwölf weitere Passagiere würden noch vermisst, teilte die örtliche Polizei mit. "Hunderte Menschen helfen bei der Suche, doch starke Strömung macht die Bergung fast unmöglich", sagte Polizeisprecher Thein Naing. "Wir werden weitersuchen, bis wir jeden gefunden haben."

Die von der Regierung betriebene Fähre "Aung Tagun-3" kenterte am späten Freitagabend mit 214 Menschen an Bord. Möglicherweise waren sogar mehr Passagiere auf dem verrosteten Doppeldecker-Schiff, wie Einwohner der Hafenstadt Taunggok vermuten. Viele Menschen in Myanmar kaufen keine Tickets, erscheinen also auch nicht auf der Passagierliste. Die Retter konnten 167 Passagiere sicher an Land bringen.

Auf den Schiffsverkehr angewiesen

Die Fähre "Aung Takon 3" war offenbar völlig überladen, als sie am Freitagabend auf dem Weg von Kyaukphyu nach Sittwe in rauer See unterging. Neben den Passieren transportierte das Boot auch 129 Tonnen Güter.

Behördensprecher Win Myaing erklärte, riesige Wellen seien über die Fähre geschwappt, kurz nachdem sie den Hafen von Taunggok in Richtung Sittwe verlassen hatte. Es habe stark geregnet und gewindet. Dutzende Passagier seien über Bord gegangen.

In Myanmar - früher Birma oder Burma genannt - kommt es immer wieder zu Schiffs- und Bootsunglücken. Viele Menschen in den Küstengebieten sind angewiesen auf dieses günstige Fortbewegungsmittel; außerdem sind viele Gegenden in den Flussdeltas am besten per Boot zu erreichen, da es keine Straßen gibt. Die Region, in der die "Aung Takon 3" unterging, ist für ihre gefährlichen Gewässer bekannt.

© SZ.de/dpa/Reuters/afp/segi/uga

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