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Baden-Baden:Beamter wegen Kindesmissbrauchs verurteilt

Er bestellte Gewaltpornos in Thailand und drehte Sexfilme mit einer Elfjährigen: Nun muss ein 38-jähriger Beamter für mehr als vier Jahre ins Gefängnis.

Wegen schweren sexuellen Missbrauchs und der Verbreitung von Kinderpornographie ist ein 38 Jahre alter Mann vom Landgericht Baden-Baden zu einer Freiheitsstrafe von vier Jahren und drei Monaten verurteilt worden. Staatsanwaltschaft und Verteidigung hätten auf Rechtsmittel verzichtet, das Urteil sei rechtskräftig, sagte eine Gerichtssprecherin.

Kinderschänder-Prozess

Seine Taten seien "so schlimm, dass sie nicht zu entschuldigen seien", sagte der angeklagte 38-Jährige selbst im Baden-Badener Missbrauchsprozess. Das Gericht verurteilte ihn nun zu vier Jahren und drei Monaten.

(Foto: dpa)

Der Beamte der Arbeitsagentur Erfurt hatte zum Prozessauftakt gestanden, ein elfjähriges Mädchen missbraucht und dessen Stiefvater beim Sex mit dem Kind gefilmt zu haben. Er gab auch die Bestellung eines Gewaltpornos in Thailand zu.

Das Geständnis, das der Mann in nichtöffentlicher Sitzung ablegte, wirkte sich nach Angaben der Gerichtssprecherin im Urteil strafmildernd aus. "Er hat den Vorwurf des schweren sexuellen Missbrauchs vollumfänglich eingeräumt, Reue gezeigt und sich entschuldigt", sagte sein Verteidiger. Die Staatsanwaltschaft hatte eine Haftstrafe von fünf Jahren beantragt, die Verteidigung ein "gerechtes Urteil" gefordert. In seinem Schlusswort sagte der Angeklagte, seine Taten seien so schlimm, dass sie nicht zu entschuldigen seien.

Dem mitangeklagten Stiefvater des missbrauchten Kindes, ein 59-jähriger freier Fotograf aus Rastatt, wird hundertfacher sexueller Missbrauch der Stieftochter vorgeworfen. Er wird sich ab kommendem Dienstag vor Gericht verantworten müssen. Der Mann hatte in der Nacht zum 28. Februar einen Suizidversuch unternommen und sich dabei so schwer verletzt, dass er nicht verhandlungsfähig war. Das Verfahren gegen ihn wurde daraufhin abgetrennt.

Das Bundeskriminalamt (BKA) war den Männern durch andere Missbrauchsbilder auf die Spur gekommen, die per Internet an die Angeklagten verschickt worden waren. Die beiden Männer sollen laut BKA Kontakte zu weiteren "Kindermodelfotografen" unterhalten haben, von denen sich zwei in Deutschland und einer in der Schweiz in Untersuchungshaft befinden.