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Hadsch:Ohne Make-up und ohne Nähte

Mehr als zwei Millionen Muslime pilgern nach Mekka. Bei der Hadsch folgen die Gläubigen dem Weg, den der Prophet Mohammed vor etwa 1400 Jahren gegangen sein soll - und lange überlieferten Traditionen.

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In Saudi-Arabien sind mehr als zwei Millionen Muslime aus der ganzen Welt zur Hadsch zusammengekommen. Die fünftägige Pilgerfahrt nach Mekka ist eine der sogenannten fünf Säulen des Islam und soll möglichst von jedem und jeder Gläubigen einmal im Leben absolviert werden. Die Kaaba in Mekka (Bild) ist zwar der heiligste Ort des Islam, die Muslime beten sie aber nicht an. Für sie ist der nahezu würfelförmige Bau das Haus Gottes und symbolisiert die Einheit Gottes im Islam. Fromme Muslime auf der ganzen Welt beten mit Blick in Richtung der Kaaba.

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Die Pilger sollen alles Materielle ablegen und weltliches Vergnügen aufgeben, um sich auf ihr inneres Selbst zu konzentrieren. Frauen verzichten daher auf Make-up und Parfüm. Sie tragen weite Kleider und eine Kopfbedeckung. Die Männer kleiden sich in weiße Gewänder, die keinerlei Nähte haben sollen. Das soll die Gleichheit der Gläubigen betonen und verhindern, dass besonders wohlhabende Gläubige durch ihre Kleidung hervorstechen. Muslimen im Weihezustand ist es zudem verboten, Geschlechtsverkehr zu haben und sich Haare oder Nägel zu schneiden. Auch Streit, Kampf und Unbeherrschtheit sind nicht erlaubt.

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Die Hadsch beginnt in Mekka mit einer kleineren Pilgerfahrt, der Umrah. Dabei umschreiten die Gläubigen die Kaaba siebenmal entgegen dem Uhrzeigersinn, wobei sie Gott anflehen. Anschließend laufen sie auf einem Weg zwischen den beiden Hügeln, wo Hagar Wasser für ihren Sohn Ismail gesucht haben soll. Die Große Moschee von Mekka (im Bild) umschließt beide Stätten. Sie ist die mit 356 000 Quadratmeter Fläche größte Moschee der Welt.

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In einer riesigen Zeltstadt (im Bild) sollen fast zwei Millionen Pilger unterkommen und die Nacht verbringen, bevor sie zum Höhepunkt der Hadsch am zweiten Tag zum Berg Arafat etwa 20 Kilometer östlich von Mekka wandern. Tausende ersteigen zudem den Dschabal al-Rahma, den Berg der Barmherzigkeit. Dort hielt Mohammed seine letzte Predigt, in der er zur Gleichheit aller Menschen und zur Einheit der Muslime aufrief. Außerdem erinnerte er seine Anhänger an die Rechte der Frauen und daran, dass Leben und Eigentum jedes Muslims heilig sind.

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Quelle: AFP

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Unter den Pilgern sind in diesem Jahr auch 200 Überlebende und Angehörige der Opfer des Terroranschlags von Christchurch. Am 15. März dieses Jahres hatte ein aus Australien stammender Rechtsterrorist mit Schusswaffen insgesamt 51 Menschen getötet und weitere 50 Menschen verletzt. Er hatte gezielt islamische Zentren der Stadt angegriffen. Die 27 Jahre alte Farah Talal hat bei diesem Anschlag ihren Mann verloren. Das Bild zeigt sie zu Beginn ihrer Pilgerfahrt in einem Hotel in Mekka.

© SZ.de/Ap/dpa/AFP/aner/saul

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