Polizistenmorde von Kusel:Verteidigung von Andreas S. legt Revision ein

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Polizistenmorde von Kusel: Markierungen am Rand der Kreisstraße 22 zeigen, wo eine Polizistin und ein Polizist bei einer Verkehrskontrolle erschossen wurden.

Markierungen am Rand der Kreisstraße 22 zeigen, wo eine Polizistin und ein Polizist bei einer Verkehrskontrolle erschossen wurden.

(Foto: Harald Tittel/dpa)

Der Mann war wegen Mordes an zwei Polizisten zu lebenslanger Haft verurteilt worden. Das Gericht stellte zudem die besondere Schwere der Schuld fest, damit ist eine Entlassung nach 15 Jahren ausgeschlossen.

Am Mittwoch war das Urteil im Fall der Polizistenmorde von Kusel gefallen, nun hat die Verteidigung des Hauptangeklagten Andreas S. Revision eingelegt. Die Rechtsmittel gegen die gerichtliche Entscheidung seien noch am Abend nach dem Urteil eingegangen, teilte die Sprecherin des Landgerichts Kaiserslautern am Donnerstag auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur mit.

Der 39-Jährige war wegen zweifachen Mordes zu lebenslanger Haft verurteilt worden. Das Gericht stellte zudem die besondere Schwere der Schuld fest. Damit gilt eine Entlassung des Deutschen nach 15 Jahren Haft als ausgeschlossen. Mit dem Urteil folgte das Gericht dem Antrag der Staatsanwaltschaft.

Das Gericht sah es als erwiesen an, dass Andreas S. Ende Januar eine 24-jährige Polizeianwärterin und einen 29-jährigen Polizeikommissar mit Kopfschüssen getötet hat. Mit den Morden habe er gewerbsmäßige Jagdwilderei verdecken wollen, hieß in der Begründung.

Polizistenmorde von Kusel: Andreas S. vor Gericht in Kaiserslautern. Er hat nun Rechtsmittel gegen die gerichtliche Entscheidung eingelegt.

Andreas S. vor Gericht in Kaiserslautern. Er hat nun Rechtsmittel gegen die gerichtliche Entscheidung eingelegt.

(Foto: POOL/via REUTERS)

Der Mord an den beiden jungen Polizisten bei einer Fahrzeugkontrolle auf einer entlegenen Kreisstraße in der Westpfalz hatte deutschlandweit Entsetzen ausgelöst. Die Tat, so hatte Oberstaatsanwalt Stefan Orthen in seinem Plädoyer deutlich gemacht, habe "Hinrichtungscharakter" gehabt.

Den Mitangeklagten Florian V. sprach das Landgericht zwar wegen der Mittäterschaft der gewerbsmäßigen Jagdwilderei und wegen Strafvereitelung schuldig, er blieb aber straffrei. Der 33-Jährige, gegen den zunächst ebenfalls wegen Mordes ermittelt worden war, galt später als wichtigster Zeuge der Anklage.

Andreas S. hatte sich im Laufe der Verhandlung immer wieder eingemischt, mal fachsimpelte er mit dem Richter über Wärmebildzielfernrohre ("wenn Sie es scharf haben wollen, müssen Sie es kalibrieren"), mal ging er zum Richterpult, um Unterlagen zu erklären. Gleich zu Beginn hatte er gestanden, auf den Polizisten geschossen zu haben, in einer angeblichen Notwehrsituation, Florian V. aber habe auf die Polizistin geschossen. Florian V. bestritt das - das Gericht glaubte ihm.

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:Kopfschuss, wie immer

Er hat Rehe getötet, Hirsche, Wildschweine. Und irgendwann schoss er dann auf zwei Polizisten. Andreas S. habe "das Töten professionalisiert", sagte der Oberstaatsanwalt. Jetzt hat das Gericht den Mörder von Kusel zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe verurteilt.

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