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Kriminalität - Laatzen:LKA: Starker Anstieg bei Diebstahl von Katalysatoren

Auto
Ein nachgerüsteter SCR-Katalysator ist am Unterboden eines umgerüsteten Autos zu sehen. Foto: Marijan Murat/dpa/Symbolbild (Foto: dpa)

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Hannover (dpa/lni) - Katalysatoren sind in Niedersachsen nach Angaben des Landeskriminalamtes (LKA) zuletzt häufiger aus Autos ausgebaut und gestohlen worden. Bislang gebe es in diesem Jahr landesweit eine mittlere dreistellige Zahl von Katalysator-Diebstählen, teilte das LKA in Hannover auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur mit. Im Vergleich zu den Jahren 2016 bis 2019 sei damit ein starker Anstieg festzustellen. Der bislang entstandene Schaden belaufe sich auf einen hohen sechsstelligen Betrag. Die Fallzahlen seien aber nur eine Momentaufnahme, betonte die Behörde.

Auch dem ADAC sei der vermehrte Klau von Katalysatoren über seine Pannenhelfer bekannt, sagte eine Sprecherin. Genaue Zahlen für Niedersachsen erhebt der Automobil-Club aber nicht. Einer deutschlandweiten Auswertung der Pannenhilfe zufolge waren bis September 239 Katalysatoren entwendet worden. Damit liege die Zahl in den ersten neun Monaten dieses Jahres bereits höher als in den Vorjahren. Der Verband schätzt, dass die Dunkelziffer der tatsächlich gestohlenen Geräte noch weit höher liegt.

Die Polizeidirektion Hannover teilte mit, dass es auch in ihrem Einsatzgebiet zuletzt eine "deutliche Erhöhung" der Fallzahlen gab. Bislang seien Vorgänge im unteren dreistelligen Bereich in der Statistik dazu registriert.

Katalysatoren sind etwa seit Beginn der 1990er Jahre fester Bestandteil aller Autos und dienen der Abgasreinigung. Sie wandeln gefährliches Kohlenmonoxid (CO) unter anderem in Kohlendioxid (CO2) um. Dabei helfen Rohstoffe wie Platin. Je mehr Platin verbaut ist, desto besser funktioniert laut ADAC die Abgasreinigung. Wegen strengerer Abgasvorschriften benötigten die Fahrzeughersteller mehr von dem Metall, um umweltfreundlichere Autos produzieren zu können.

Der Anstieg der Diebstähle könne laut LKA mit einem Preisanstieg bei Edelmetallen im Zusammenhang stehen. Konkrete Erkenntnisse gebe es dazu aber nicht. Auch der ADAC geht davon aus. Die Katalysatoren ließen sich recyceln, das gewonnene Platin könne anschließend den Herstellern wieder angeboten werden. Vor allem ältere Modelle seien betroffen, da bei diesen Fahrzeugen die Katalysatoren leichter zugänglich sind als bei neueren. Autos ohne die Geräte sind deutlich lauter und verändern die Motorleistung.

Zuletzt hatte es etwa in Hildesheim mehrere Diebstähle gegeben. Seit Ende September wurden dort 22 Fällen bekannt, wie die Polizei Anfang November mitteilte. Die Tatorte verteilten sich dabei über das gesamte Stadtgebiet. Den Angaben zufolge dauere so ein Diebstahl nur wenige Minuten. Dazu werde das Fahrzeug aufgebockt und der Katalysator abgebaut. ADAC und LKA raten Autofahrern, sofern es die Möglichkeit gibt, Fahrzeuge in Garagen zu parken und das Abstellen in dunklen Gassen zu vermeiden.

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