Psychologie Präventivmord

Japans Hauptstadt Tokio.

(Foto: Benjamin Hung/ Unsplash)

Das Phänomen Hikikomori, ein Leben in selbstgewählter Isolation, ist in Japan verbreitet. Jetzt hat ein früherer Politiker in Tokio seinen Sohn getötet - um Schlimmeres zu verhindern.

Von Christoph Neidhart, Tokio

Hideaki Kumazawa war einst Vize-Landwirtschaftsminister und später Japans Botschafter in Prag. Seit etwa einer Woche sitzt er als mutmaßlicher Mörder in Untersuchungshaft.

Seit seiner Pensionierung lebte der 76-Jährige mit seiner Frau unauffällig im Tokioter Stadtteil Nerima. Bis er am Samstagnachmittag die Polizei rief. Er habe, wie er später sagte, seinen Sohn erstochen - aus Angst, sein Kind könnte andere Menschen gefährden oder sogar töten.

Exklusiv für Abonnenten

Lesen Sie die besten Reportagen, Porträts, Essays und Interviews der letzten Monate.

Hier geht es zu den SZ-Plus-Texten.

Erschüttert, aber gefasst ließ er sich abführen. Kumazawas 44-jähriger Sohn Eiichiro war ein sogenannter Hikikomori. So ...

Lesen Sie mit SZ Plus auch:
Medizin Hier kommt die Sonne

LSD als Heilmittel

Hier kommt die Sonne

Gibt es neben Psychotherapie einen Weg aus der Depression? Der LSD-ähnliche Wirkstoff Psilocybin zeigt erstaunliche Wirkung. Besuch in einer Klinik, wo das Mittel bereits getestet wird.   Von Johanna Adorján