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Hurrikan "Harvey":Texaner kehren in ihre Häuser zurück

Houston Area Begins Slow Recovery From Catastrophic Harvey Storm Damage

Familie Hudson beginnt nach Hurrikan Harvey mit den Aufräumarbeiten in ihrem Haus in Houston.

(Foto: AFP)
  • In Teilen der texanischen Metropole Houston gehen die Pegelstände zurück, Flutopfer kehren in ihre zerstörten Häuser zurück.
  • In einem stark beschädigten Chemiewerk ist erneut ein Feuer ausgebrochen.
  • Präsident Trump hat beim US-Kongress Soforthilfen in Höhe von 6,7 Milliarden Euro beantragt.

Tausende Flutopfer in Houston, die die vergangenen Tage in Notunterkünften verbracht haben, können nach Hause zurückkehren - beziehungsweise zu dem, was Hurrikan Harvey davon übriggelassen hat. Der Wirbelsturm hatte die texanische Metropole mit beispiellosen Regenmengen überflutet und immensen Schaden angerichtet. Bis zu 50 Menschen kamen in der Naturkatastrophe nach derzeitigem Stand ums Leben, die Sachschäden belaufen sich ersten Schätzungen zufolge auf 51 bis 75 Milliarden Dollar.

In anderen Stadtteilen Houstons müssen die Menschen weiter in improvisierten Lagern, Motels oder bei Freunden ausharren. Am Freitag wurde aus zwei Reservoirs Wasser abgelassen, um das Stadtzentrum trocken zu halten. Westliche Teile der Stadt blieben dadurch weiter überschwemmt. Angespannt bleibt die Lage auch in der 120 000-Einwohner-Stadt Beaumont, wo es seit Ausfall einer Pumpstation am Donnerstag kein Leitungswasser mehr gibt. Die Behörden versuchen, die Einwohner mit ausreichend Wasserflaschen auszustatten.

Die vom Hochwasser stark beschädigte Chemiefabrik in der Nähe von Houston meldete, dass dort erneut ein Feuer ausgebrochen sei. Zugleich warnte eine Sprecherin, weitere Explosionen und Feuer seien möglich, von einer Gefahr für die Öffentlichkeit sei aber nicht auszugehen. In der Fabrik ist die Kühlung ausgefallen; die Explosion dort gelagerter chemischer Substanzen wird dadurch begünstigt. Die Behörden hatten am Mittwoch Anwohner im Umkreis von 2,4 Kilometern rund um das Werk evakuiert.

Trump beantragt Milliardenhilfe beim Kongress

Wie das Weiße Haus am Freitag mitteilte, hat Präsident Trump beim Parlament Hilfsmittel in Höhe von 7,9 Milliarden Dollar (6,7 Milliarden Euro) beantragt. Davon würden etwa 7,4 Milliarden Dollar an die Katastrophenschutzbehörde Fema sowie 450 Millionen Dollar an ein Hilfsprogramm gehen, das sich an kleine Unternehmen richtet. Nach Angaben des Weißen Hauses haben mehr als 436 000 Haushalte Unterstützung durch die Fema beantragt. Es wird erwartet, dass der Kongress den Antrag zügig genehmigt. Mit dem Geld sollen etwa Aufräumarbeiten und Reparaturen an Häusern ermöglicht und Wohngeld bereitgestellt werden. Trump wird am Samstag in Houston erwartet, wo er Opfer und freiwillige Helfer treffen soll. Danach wird Trump nach Louisiana weiterreisen; der Bundesstaat ist ebenfalls vom Sturm getroffen worden.

© SZ.de/AP/Reuters/leja/doer
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