bedeckt München

SZ-Kolumne "Bester Dinge":So werden Träume wahr

Grönemeyer-Fan plant Museum
(Foto: Patrik Stollarz/dpa)

Wie der Bürgermeister des niedersächsischen Cadenberge in seinem Ort ein Herbert-Grönemeyer-Mekka für 700 000 Euro errichten will.

Von Alexander Menden

Tief im Westen liegt Cadenberge nicht gerade, eher hoch im Norden. Dennoch ist der Ort bei Cuxhaven auf einem recht guten Weg, sich als neues Herbert-Grönemeyer-Mekka zu etablieren. Zu verdanken ist das dem Uhrmachermeister und Fan Wolfgang Heß. Der 59-jährige hat gerade, nach einem Jahr Wartezeit, die Baugenehmigung zur Errichtung eines Fanmuseums für den Bochumer Sänger erhalten. Dass dieses Museum nicht in Grönemeyers Ruhrpott stehen, sondern Besucher in die Region der niedersächsischen Elbmarsch locken soll, ist der Tatsache geschuldet, dass Heß Bürgermeister von Cadenberge ist und eben dort mehr als 1000 Grönemeyer-Platten und -CDs, Konzertplakate und Fanartikel angehäuft hat.

Die Wartezeit ergab sich aus einer Prüfung der genauen Nutzung des Bauplatzes. Aber, so Heß, "wenn du 42 Jahre dabei bist, ändert das eine Jahr auch nichts". Als 17-Jähriger sah er bei einem Nachwuchswettbewerb des NRD in Kiel den damals noch unbekannten Sänger zum ersten Mal. Seit 1979 sammelt Heß alles, was mit seinem Idol zu tun hat. Das ist recht weit gefasst; sogar einen Opel Kadett hat er sich zugelegt, weil Grönemeyer dieses Modell besungen hat.

Nun fehlen nur noch 700 000 Euro, um das Gebäude zu errichten. Für Heß kein Problem: Er hofft auf 7000 Grönemeyer-Fans, die ihm je 100 Euro als zinsloses Darlehen geben. Wenn das Museum im November wie geplant seine Türen öffnet, wird das einmal mehr beweisen, dass niemand so groß träumt wie ein echter Fan. Oder wie Grönemeyer in "Der Held" singt: "So werden Träume wahr." In Bochum würde man wohl einfach sagen: Glückauf!

Mehr gute Nachrichten lesen Sie hier.

© SZ/afis
Zur SZ-Startseite

SZ-Kolumne "Bester Dinge"
:Robb doch nach drüben!

Wie ein neuseeländischer Stadtrat einer Seelöwin und ihrem Jungen einen sicheren Weg zum Strand gewährleistet.

Von Veronika Wulf

Lesen Sie mehr zum Thema