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Frankreich:Angegriffener Busfahrer in Bayonne gestorben

Busfahrer in Frankreich nach Angriff gestorben

In Frankreich hatten mehrere Tausend Menschen an einem Marsch für den bei einem Angriff lebensgefährlich verletzten Busfahrer teilgenommen. Nun ist er gestorben.

(Foto: Gaizka Iroz/dpa)

Er war attackiert worden, weil er auf der Maskenpflicht im Bus bestanden hatte. Nun ist der 59-Jährige seinen schweren Kopfverletzungen erlegen. Französische Politiker fordern harte Strafen.

Der bei einem brutalen Angriff schwer verletzte Busfahrer in Frankreich ist tot. Ihr Vater sei am Freitagnachmittag gestorben, teilte die Tochter mit. "Wir haben beschlossen, ihn gehen zu lassen. Die Ärzte waren dafür und wir auch", sagte sie. Der Busfahrer war zu Beginn der Woche hirntot erklärt worden und befand sich in einem Krankenhaus.

Frankreichs Innenminister Gérald Darmanin sprach den Angehörigen und Kollegen des Mannes sein Beileid aus. "Diese abscheuliche und feige Tat darf nicht ungestraft bleiben", schrieb Darmanin auf Twitter.

Premier Jean Castex versicherte, dass die Justiz "die Täter dieses verabscheuungswürdigen Verbrechens bestrafen" wird. Andere französische Politiker riefen nach harten Strafen. "Dieser barbarische Akt erfordert die schärfsten Sanktionen gegen die vier Täter", forderte der konservative Bürgermeister von Nizza, Christian Estrosi. "Ich denke an seine Frau und seine Kinder und fordere schwere Strafen für diese Mörder", erklärte der konservative Abgeordnete Éric Ciotti.

Der Angriff auf den 59-Jährigen hatte in Frankreich für Entsetzen gesorgt. Berichten zufolge hatte der Fahrer am Sonntag im nahe der Grenze zu Spanien gelegenen Bayonne mehrere Menschen an einer Haltestelle zurückgewiesen. Sie wollten demnach trotz Maskenpflicht ohne Schutzmasken und gültige Fahrscheine in den Bus einsteigen. Die Zurückgewiesenen griffen den Busfahrer an; er wurde heftig auf den Kopf geschlagen.

Vier Tatverdächtige wurden Berichten zufolge festgenommen. Gegen zwei von ihnen, einen 22- und einen 23-Jährigen, wird wegen versuchten Totschlags ermittelt, gegen die zwei weiteren Verdächtigen wegen unterlassener Hilfeleistung.

Am Mittwochabend hatten sich in Bayonne etwa 6000 Menschen zu einem Marsch für den Busfahrer und seine Angehörigen versammelt. In mehreren Städten gab es in Bussen und Trams eine Schweigeminute für ihn.

Der Bus fuhr für einen Verkehrsverbund in der ländlichen Region im Département Pyrénées-Atlantiques. Als Reaktion auf den Angriff auf ihren Kollegen haben Busfahrer des Verbunds zu Beginn der Woche von ihrem Recht Gebrauch gemacht, wegen hoher psychischer Belastung ihre Arbeit zeitweise niederzulegen. Innenminister Darmanin kündigte an, am Samstag nach Bayonne zu reisen, um eine Bestandsaufnahme der Sicherheit in der Stadt vorzunehmen und sich mit Fahrern und Gewerkschaftsvertretern des öffentlichen Verkehrs zu treffen.

© SZ.de/dpa/AFP/fie/jsa
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