Unicef-Foto des Jahres Zahras Augenblick

Das Porträt des syrischen Mädchens, fotografiert von Pulitzer-Preisträger Muhammed Muheisen, ist das Unicef-Foto des Jahres. Auch der zweite und dritte Platz gehen an Arbeiten über Krieg und Gewalt.

Zahra ist fünf Jahre alt, ihre geflochtenen Zöpfe werden von rosafarbenen Zopfgummis zusammengehalten, daran baumeln Häschen aus Plastik. Zahra wohnt in einem Flüchtlingslager in Jordanien. Sie blickt mit geröteten Augen in die Kamera. Es ist nicht das erste Mädchen, das der Fotograf Muhammed Muheisen fotografiert. Aber es ist etwas in ihrem Blick, das ihn und die Jury des Unicef-Fotos des Jahres 2017 nicht mehr losgelassen hat. Das Bild ist mit dem ersten Platz ausgezeichnet worden.

"Die Augen von Kindern sagen die Wahrheit", sagte die Schirmherrin von Unicef Deutschland, Elke Büdenbender, bei der Preisverleihung in Berlin. In Zahras Gesicht begegne dem Betrachter das stille Leid von Millionen Kindern in allen Krisenländern der Erde, so die Ehefrau des Bundespräsidenten Frank-Walter Steinmeier weiter. Und es spiegle die geschundene Kindheit einer ganzen Generation syrischer Kinder wider.

Leben und Gesellschaft Obdachlos und ohne Hoffnung auf eine Zukunft
Rohingya auf der Flucht

Obdachlos und ohne Hoffnung auf eine Zukunft

Hunderttausende Rohingya sind aus Furcht vor Gewalt aus Myanmar nach Bangladesch geflohen. Diese Familie hat nicht nur ihr Zuhause verloren, sondern auch ein Kind.   Von Arne Perras

Muheisen ist bereits zweifacher Pulitzer-Preisträger. Seit Jahren dokumentiert er die Tragödien im Mittleren Osten, Europa, Pakistan und Afghanistan. Der in Jerusalem geborene Fotojournalist fotografierte die fünfjährige Zahra in einem improvisierten Flüchtlingslager in einem Vorort von Mafrak in Jordanien. Zahras Eltern waren mit ihr und sieben weiteren Kindern 2015 vor dem Krieg dorthin geflohen.

Der zweite Preis geht an den in Bangladesch geborenen Fotografen K.M. Asad. Sein Foto dokumentiert das Schicksal von Müttern und Kindern der ethnischen Minderheit der Rohingya, die vor der Gewalt in Myanmar flohen. Asads Bild hält den Augenblick fest, in dem eine Mutter ihr Baby durch das Meer an Land trägt.

Der dritte Preis geht an den Kanadier Kevin Frayer. Auch sein Foto beschäftigt sich mit geflohenen Rohingya. Das Bild zeigt die Verzweiflung eines Jungen in einem Flüchtlingslager in Cox's Bazar in Bangladesch, der auf einen Lastwagen mit Hilfsgütern klettert.

Um den internationalen Fotopreis hatten sich Unicef zufolge Fotografen aus aller Welt mit mehr als 100 Fotoreportagen von den Brennpunkten der Erde beworben.