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Covid-19:Erster Coronavirus-Fall in Südamerika

Brazilian citizens from China arrive in Anapolis

Heimkehrer aus Wuhan werden am Flughafen Anapolis von brasilianischen Soldaten empfangen.

(Foto: Adriano Machado/REUTERS)
  • Das brasilianische Gesundheitsministerium meldet den ersten Coronavirus-Fall.
  • Es handelt sich um einen 61-Jährigen, der vor wenigen Tagen von einer Reise in die Lombardei zurückgekehrt sein soll.
  • Der Zeitung Folha de S. Paulo zufolge fiel auch ein zweiter Test positiv aus. Damit wäre der erste Fall in Südamerika bestätigt.

Das brasilianische Gesundheitsministerium hat den ersten Coronavirus-Fall in Südamerika gemeldet. Demnach sei ein Patient des Einstein-Krankenhauses in São Paolo positiv auf das Virus getestet worden, teilte das Ministerium auf Twitter mit.

Die Probe sei daraufhin zur Gegenprobe an das dafür vorgesehene nationale Institut Adolfo Lutz geschickt worden, das sich ebenfalls in São Paolo befindet. Eine offizielle Bestätigung gibt es noch nicht, die Zeitung Folha de S. Paulo meldet jedoch, dass auch diese Probe positiv ausgefallen sei.

Patient war zwei Wochen geschäftlich in der Lombardei

Dem Ministerium hat der 61-jährige Mann angegeben, vom 9. bis zum 21. Februar aus geschäftlichen Grünen in der Lombardei gewesen zu sein. In der italienischen Region breitet sich das Virus seit einigen Tagen stark aus.

"Klar bereitet uns das Sorgen", zitierte das Online-Portal G1 den brasilianischen Gesundheitsminister Luiz Henrique Mandetta. Die Millionen-Metropole São Paulo ist die größte Stadt des Landes.

Mit Südamerika hat damit auch der sechste Kontinent seinen ersten Coronavirus-Fall. Vor weniger als zwei Monaten, am 30. Dezember, hatte ein chinesischer Arzt zum ersten Mal über ein Virus gesprochen, das eine ungewöhnlich hohe Zahl von Lungenentzündungen ausgelöst hatte.

Globale Ausbreitung binnen zwei Monaten

Inzwischen sind in China mehr als 77 000 Infektionen und rund 2600 Todesfälle erfasst. Aus rund 30 Ländern und Regionen außerhalb Festlandchinas sind mehr als 2200 Infektionen und mehr als 25 Todesfälle berichtet worden. Auch in Europa breitet sich das Virus immer weiter aus, vor allem Norditalien ist stark betroffen.

Am schwersten betroffen sind Asien und seit einigen Tagen Mitteleuropa, in Nordamerika, Australien und Ozeanien und vor allem Afrika gibt es bislang nur wenige Fälle. In Südamerika gab es bis jetzt keinen einzigen.

Eine schützende Impfung oder eine spezielle Therapie zur Behandlung der Erkrankung gibt es nicht. Die Symptome - darunter trockener Husten, Fieber und Atemnot - können aber mit Medikamenten abgemildert werden.

© SZ.de/dpa/mxm/bix
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