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Sprache:"Corona-Pandemie" ist Wort des Jahres 2020

Schule: Leerer Klassenraum einer Grundschule in Niedersachsen

Auch eine Auswirkung der Pandemie: menschenleerer Klassenraum in einer Grundschule in Niedersachsen.

(Foto: Sina Schuldt/dpa)

Das gab die Gesellschaft für deutsche Sprache bekannt. Auch das zweitplatzierte Wort hat mit Covid-19 zu tun.

Kaum etwas hat 2020 so geprägt wie das Coronavirus Sars-CoV-2 und die dadurch ausgelöste Infektionskrankheit Covid-19. Passend dazu lautet das "Wort des Jahres" diesmal "Corona-Pandemie". Das gab die Gesellschaft für deutsche Sprache (GfdS) in Wiesbaden bekannt. Mit der Aktion werden regelmäßig Begriffe gekürt, die das politische, wirtschaftliche und gesellschaftliche Leben nach Ansicht der Jury sprachlich in besonderer Weise bestimmt haben.

Die GfdS begründete ihre Wahl damit, dass "Corona-Pandemie" das "beherrschende Thema nahezu des gesamten Jahres" benenne. Die Zusammensetzung stehe "nicht nur für die nach Ein­schätzung der Bundeskanzlerin ebenso wie vieler Fachleute schwerste Krise seit dem Zweiten Welt­krieg, sondern sprachlich auch für eine Vielzahl neuer Wortbil­dungen", etwa Corona-Krise oder Corona-Hotspot.

Ebenfalls auf der Liste: "Geisterspiele"

Auch der zweite Platz bei der diesjährigen Wahl hat mit dem Virus zu tun: "Lockdown". Rang drei geht an "Verschwörungserzählung". Ebenfalls auf die Liste geschafft haben es in diesem Jahr unter anderem "Black Lives Matter", "Geisterspiele" und "Gendersternchen". Im vergangenen Jahr wurde "Respektrente" zum "Wort des Jahres" gekürt, 2018 war es "Heißzeit".

Für einen Platz auf der Liste der "Wörter des Jahres" ist laut GfdS nicht die Häufigkeit entscheidend, sondern die Bedeutsamkeit und Popularität der Wörter. Die Begriffe stammen aus einer Sammlung von mehreren Tausend Belegen aus verschiedenen Medien und Einsendungen von Außenstehenden.

Die Sprachwissenschaftler sehen ihre seit 1977 jährlich stattfindende Auswahl als Beitrag zur Zeitgeschichte. Die Wörter und Wendungen seien aber mit keinerlei Wertung oder Empfehlung verbunden.

© SZ/dpa/mkoh/afis/cat
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