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SZ-Kolumne "Bester Dinge":Ein Brief nach Irgendwo

Irgendwo oben in der Stadt: Ein Brief mit ungewöhnlicher Adresse hat es dank des umsichtigen Postboten bis ins richtige Haus in St. Ives (Cornwall) geschafft
(Foto: Tracey Fitzharris/SWNS.COM/action press)

Wie Tracey Fitzharris Post von einer Freundin bekam, obwohl diese dem Briefträger ein Rätsel aufgegeben hatte.

Von Moritz Geier

Das englische Städtchen St. Ives in der Grafschaft Cornwall im Südwesten Englands ist jungen Briten vor allem wegen eines berühmten Kinderreims vertraut: "As I was going to St. Ives / I met a man with seven wives / Each wife had seven sacks / Each sack had seven cats / Each cat had seven kits: Kits, cats, sacks, and wives / How many were there going to St. Ives?"

Man könnte also sagen, dass es gewissermaßen zur DNA des Ortes gehört, Spaß am Lösen von Rätseln zu haben. St.-Ives-Bewohnerin Tracey Fitzharris, 43, hat sich jedenfalls gerade über einen Brief gefreut, den eine Freundin ihr aus dem fernen Schottland geschickt hatte. "Somewhere at top of town" stand als Adresse auf dem Kuvert geschrieben, "irgendwo oben im Ort", weil sie den Namen der Straße nicht wusste (sie hatte auch noch den Vornamen ihrer Freundin falsch geschrieben). Für den Postboten aber kein Problem, der Brief kam an.

Vor ein paar Jahren tat sich auch die isländische Post beim Rätselraten hervor. Ein Tourist wollte sich mit einer Postkarte bei der Familie bedanken, die ihn beherbergt hatte. Nur wusste er weder Name noch Adresse. Also malte er Straßen, nahe Orte und Umgebung skizzenhaft auf den Umschlag, markierte den Zielort mit einem roten Punkt und schrieb dazu: "Pferdefarm mit dänisch-isländischem Pärchen, drei Kindern und vielen Schafen!" Im spärlich besiedelten Island lösbar. Auch diese Karte kam an.

Der Kinderreim von St. Ives ist übrigens auch nur scheinbar eine mathematische Herausforderung. Auf dem Weg nach St. Ives ist lediglich der Erzähler.

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