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Panda-Nachwuchs:Berlins Hoffnung ist schwarz-weiß

Meng Meng, hier ein Archivbild, wird schon sehr bald ein Junges bekommen.

(Foto: Tobias Schwarz/AFP)

Schon 13 Jahre ist es her, dass Millionen Besucher für einen knuddeligen Eisbär namens Knut in den Zoo strömten. Doch jetzt gibt es gute Nachrichten: Panda-Weibchen Meng Meng ist trächtig.

Etwa eine Million US-Dollar sollen die vielleicht berühmtesten Leihgaben im Berliner Zoo jährlich kosten: Das Riesenpanda-Weibchen Meng Meng und das Männchen Jiao Qing wurden vor zwei Jahren quasi von Chinas Staatspräsident Xi Jinping persönlich an Angela Merkel übergeben und in eine gerade frisch geschaffene Panda-Anlage gesetzt. Mittlerweile haben die beiden Tiere ihr neues Zuhause erfolgreich eingeweiht und - so die freudige Nachricht aus dem Zoo - sie erwarten Nachwuchs.

Wer um die vielbeschworene Kopulationsfaulheit der vom Aussterben bedrohten Tierart weiß, versteht, warum eine trächtige Pandabärin eine kleine Sensation ist. Für den Berliner Zoo, der in diesem Jahr sein 175-jähriges Bestehen feiert, kommt die Ankündigung gerade zur richtigen Zeit. Schon 13 Jahre ist es her, dass Millionen Besucher für einen knuddeligen Eisbären namens Knut in den Zoo strömten. Ein neues Bärchen wäre für den Zoo und die Stadt auch in marketingtechnischer Hinsicht ein Glücksfall.

Man könne sich bei 3,5 Millionen Besuchern im vergangenen Jahr nicht beklagen, sagt eine Sprecherin des Zoos. Doch in der Verwaltung des Tierparks weiß man auch: Als Knut als Flaschen-Tierkind weltweit Schlagzeilen machte, kamen vier Millionen Besucher zusätzlich pro Jahr. Mit den Tickets, dem Souvenirhandel und den Film- und TV-Rechten nahm der Zoo gigantische Summen ein. Allein in seinem Geburtsjahr 2007 soll Knut drei Millionen Euro Gewinn eingespielt haben, bei insgesamt elf Millionen Euro, die der Zoo verdiente. Seit der Eisbär 2011 plötzlich verstarb, schaffte es kein anderes Tier mehr zu solcher Popularität.

Schon in zwei Wochen könnte die Niederkunft erfolgt sein

Mit einem neugeborenen Panda - noch seltener als ein Eisbär-Baby - hätte der Zoo das Potenzial, an die Erfolge der Knut-Ära anzuknüpfen. Berlin hätte dann nicht nur einen Bären im Wappen und Bär-Skulpturen in der Stadt herumstehen, sondern auch wieder einen lebenden Bären, der Touristen anlockt. Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD) frohlockt schon jetzt. Die ganze Stadt hoffe auf ein "schwarz-weißes Happy-End", lässt er sich zitieren.

Unterdessen ist die PR-Maschinerie schon vor der Geburt angelaufen. Die erste Ultraschallaufnahme, auf der ein Embryo mit schlagendem Herzen zu sehen ist, hat der Zoo umgehend in den sozialen Medien veröffentlicht. Die Pressekonferenz zur Panda-Schwangerschaft folgte nur wenige Stunden später. Es muss schnell gehen. Schon in zwei Wochen könnte die Niederkunft erfolgt sein, heißt es vom Zoo. Dann wird sich zeigen, ob ein schwarz-weißes Bärchen die Herzen und Geldbeutel genauso öffnet wie es einst das schneeweiße Tierkind vermochte.

© SZ.de/dpa/olkl

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