SZ-Kolumne "Bester Dinge":Aberglaube versetzt Berge

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(Foto: imago stock&people)

Männer sind viel esoterischer veranlagt, als die meisten glauben. Zum Glück - wie sollten sie sonst all die Herausforderungen meistern?

Von Violetta Simon

Es heißt ja, der Glaube versetzt Berge. Um sicher zu gehen, verlassen sich viele jedoch lieber noch zusätzlich auf den Aberglauben, weshalb in Flugzeugen zum Beispiel meist die Reihe 13 fehlt. Umfragen zufolge halten sich Frauen in der Hinsicht übrigens für deutlich anfälliger als Männer, die magisches Denken gerne zusammen mit gebatikten Pluderhosen in die Esoterik-Ecke verbannen.

Die Forschung, zum Glück, hört weniger auf Meinungen, sondern prüft Fakten. Und so konnten Wissenschaftler aus den Niederlanden beweisen, dass Männer offenbar doch weitaus empfänglicher sind für spirituelle Signale als angenommen - sofern diese Positives verheißen. Wie mehrere Experimente ergaben, reagierten männliche Testpersonen auf Weissagungen sogar stärker als weibliche, zumindest, wenn ihnen Glück im Spiel vorausgesagt wurde. Je positiver die Prohphezeiungen klangen, desto risikofreudiger verhielten sich die Herren anschließend. Gut so - denn wer wagt, weil er an sich glaubt, gewinnt.

Womit wir wieder beim Aberglauben wären: Wer weiß, was aus Axl Rose geworden wäre, wenn er in Städten mit M aufgetreten wäre. Wo Lagerfeld gelandet wäre, ohne sein Schmusekissen aus Kindertagen im Flugzeug. Ob man Colin Farrell in Hollywood kennen würde, wenn er zu Drehbeginn nicht stets diese Shorts mit Kleeblättern trüge. Und steigt doch einmal der Lieblingsverein ab, so weiß man wenigstens warum: Weil, klarer Fall, vergessen wurde, die Glücksunterhose zu tragen. Weil der Kapitän nicht die Glatze des Torwarts küsste. Und niemand vor wichtigen Elfmetern im Kreise der Teamkollegen auf den Rasen urinierte.

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