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Wolfratshausen:Denkmal-Sanierung auf dem Weg

Weg frei: Die Kreuzung zwischen Sauerlacher Straße und Floßkanal in der Wolfratshauser Innenstadt wurde gerade erst umgestaltet. Auf dem Eckgrundstück soll ein Neubau entstehen, das denkmalgeschützte Alte Krankenhaus aus der Biederemeierzeit soll saniert werden.

(Foto: Hartmut Pöstges)

Die Maro- Genossenschaft, die in Wolfratshausen ein Mehrgenerationen-Wohnprojekt plant, will nun auch den Bauantrag für das Alte Krankenhauses stellen. Baubeginn soll nächsten Sommer sein.

Von Konstantin Kaip

Mehrgenerationenhaus der Maro-Genossenschaft an der Sauerlacher Straße 15 in Wolfratshausen mit Mauer

Mehrgenerationenhaus mit Mauer: So soll das neue Wohnprojekt der Maro an der Sauerlacher Straße aussehen.

(Foto: Simulation: Florian Nagler Architekten/oh)

Seit die Kreuzung zwischen Sauerlacher Straße und Am Floßkanal in Wolfratshausen erneuert wurde, sieht das Gebäude auf dem Grundstück am Eck noch ein bisschen älter aus. Das sogenannte Alte Krankenhaus aus der Biedermeierzeit macht, unbewohnt und mit bröckelnder Fassade, einen tristen Eindruck bei allen, die Richtung Altstadt einbiegen. Vom dort geplanten Mehrgenerationen-Wohnprojekt, zu dem sich das denkmalgeschützte Häuschen samt Neubau fügen soll, ist noch nichts zu sehen. Dennoch hat sich seit dem Sommer viel getan. "Wir wollen zeitnah einen Bauantrag für das Denkmal stellen", sagt Ralf Schmid, Projektleiter der Maro-Genossenschaft, die das Projekt im Erbbaurecht auf dem städtischen Grundstück realisieren will.

Den Zeitplan für die Sanierung hat die Corona-Pandemie ein wenig verzögert, wie Schmid erklärt. Der entscheidende Termin mit dem Landesamt für Denkmalpflege, ursprünglich für Mai geplant, habe letztlich erst Ende Oktober, stattfinden können. Aber, sagt Schmid, "es war ein sehr positiver Termin". Die aktuellen Planungen, die man vorgelegt habe, hätten die Vorstellungen der Denkmalschutzbehörde weitgehend erfüllt. Nur noch kleinere Abstimmungen seien vonnöten. "Grundsätzlich wurden unsere Pläne abgesegnet, sodass wir nun in die Eingabeplanung gehen können."

Für den fünfstöckigen Neubau mit 22 Wohnungen, der im Norden des Grundstücks entstehen soll, hat die Maro bereits vor gut einem Jahr den Bauantrag gestellt. Auch dabei habe es Abstimmungsbedarf mit dem Landratsamt gegeben, vor allem wegen des immer noch gültigen Bebauungsplans, der noch von einem Abriss des historischen Gebäudes ausgeht. "Mittlerweile sind aber alle Hürden aus dem Weg geräumt", sagt Schmid. "Wir rechnen in den nächsten zwei, drei Wochen mit der Baugenehmigung."

Ende November, sagt der Projektleiter, würden dann auch die Kosten für das Projekt auf dem Tisch liegen, das praktisch maßgeschneidert einem Stadtratsbeschluss entspricht: ein genossenschaftlich errichtetes Mehrgenerationenwohnen mit teils geförderten Wohnungen und Sanierung des Baudenkmals, in dem auch Räume für die Nachbarschaftshilfe "Bürger für Bürger" geschaffen werden. Auf Grundlage der Kostenschätzung könne man dann auch die künftigen Mieten für die freien und geförderten Wohnungen errechnen, sagt Schmid.

Anders als im Sommer angekündigt, wird die Maro jedoch auf die für diesen Herbst geplanten Informationsveranstaltungen für das Projekt verzichten müssen. Die strengen Kontaktrestriktionen zur Eindämmung des Coronavirus lassen die ansonsten bei der Genossenschaft üblichen Runden, bei denen Interessenten das Projekt mit seinen Modalitäten vorgestellt wird, derzeit nicht zu. Zwar habe die Maro auch schon Online-Veranstaltungen zu ähnlichen Projekten durchgeführt, sagt Schmid. In Wolfratshausen werde man aber vermutlich erst im kommenden Jahr mit Details an die Öffentlichkeit gehen.

Mit dem Bau beginnen will die Maro laut Schmid dann im Sommer des kommenden Jahres. "Wir rechnen mit 20 bis 22 Monaten Bauzeit", sagt der Projektleiter. Fertig würde das Mehrgenerationenwohnprojekt, das der Architekt Florian Nagler gestaltet, demnach frühestens im Frühling 2023 - mit Neubau und Sanierung. "Für uns ist das wirtschaftlich ein Projekt", betont Schmid.

© SZ vom 09.11.2020/aip
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