Generalsanierung:Turnhalle bleibt geschlossen

Generalsanierung: Bis Mitte November sollte die Sanierung der Turnhalle am Schulzentrum Bad Tölz abgeschlossen sein. Die Arbeiten verzögern sich.

Bis Mitte November sollte die Sanierung der Turnhalle am Schulzentrum Bad Tölz abgeschlossen sein. Die Arbeiten verzögern sich.

(Foto: Harry Wolfsbauer)

Nach Wasserschaden: Die Sanierung der Sportstätte am Tölzer Schulzentrum verzögert sich, weil erst ein hydrologisches Gutachten erstellt werden muss.

Von Alexandra Vecchiato, Bad Tölz

Anfang des Jahres traf den Schul- und Bauausschuss des Kreistags die Hiobsbotschaft, dass in der Turnhalle am Schulzentrum Bad Tölz (Real- und Förderschule) ein Wasserschaden entdeckt wurde. Damals wurde eine pragmatische Lösung beschlossen, um die Sportstätte schnellstmöglich für den Schulunterricht wieder freigeben zu können. Doch daraus wird nun nichts. Die Schäden sind gravierender als ursprünglich angenommen - was nicht nur eine vier Monate längere Sanierung nach sich ziehen, sondern auch die Kosten um etwa 300 000 Euro erhöhen könnte.

Bei den Arbeiten am Lehrschwimmbecken im Tölzer Schulzentrum wurde der Wasserschaden in der benachbarten Turnhalle entdeckt. Schimmel bildete sich. Um Abhilfe zu schaffen, sollte der Sportboden in der Halle ausgetauscht werden. Doch wie so oft bei Sanierungen im Bestand zeigte sich, dass die Schäden viel größer sind als angenommen. Das Bauwerk ist sozusagen perforiert. Wasser kann ungehindert an mehreren Stellen eintreten. Deshalb entschieden sich die beteiligten Fachleute, die Arbeiten zu stoppen.

"Fass ohne Boden."

Man sei frohgemut in die Sanierung gestartet, sagte stellvertretender Landrat Thomas Holz (CSU), der die Sitzung des Ausschusses leitete. Doch nun stelle sich die Baustelle "Turnhalle" als Fass ohne Boden dar. "Das kostet Geld und Zeit", sagte er - was Architekt Thomas Baldauf bestätigte.

Er schilderte die Ausgangslage, als man den Wasserschaden bemerkte. Beim Abbau des Bodens wurden Löcher von sogenannten Schalankern und Distanzhaltern gefunden. An diesen Stellen dringt Wasser durch die östliche und nördliche Außenwand ein. Wegen der Gebäudegeometrie können diese nicht von außen abgedichtet werden. Stattdessen soll das Wasser unter der Bodenplatte nach Westen abgeleitet werden. Auch sei die Bodenplatte nicht durchgängig, so Baldauf. Es gebe große Fugen. Die Platte müsse neu abgedichtet werden.

Doch um zu wissen, ob diese Maßnahme dauerhaft den gewünschten Erfolg bringt, nämlich eine trockene Schulturnhalle, sind weitere Untersuchungen erforderlich. Vor allem braucht es ein hydrologisches Gutachten. Das soll aufzeigen, wie viel Wasser unter dem Gebäudeteil den Hang hinunter fließt. In der kommenden Woche (KW46) wird ein Experte vier Probebohrungen im Boden der Turnhalle vornehmen. Davon erhoffen sich die Beteiligten Erkenntnisse darüber, aus welchen Schichten sich der Untergrund zusammensetzt. "Lehm, Kies oder gar eine Wasserader", führte der Architekt weiter aus. Die Ergebnisse sollen in der Kalenderwoche 47 vorliegen.

Rinnsal oder Bach

Sollte sich herausstellen, dass sich eine ausreichend dicke Kiesschicht von etwa 40 bis 50 Zentimetern unter der Turnhalle befindet, könnte das Problem des eindringenden Wassers mit einer kleinen Maßnahme behoben werden, so Baldauf. Mit einer Drainage und Löchern zur Hangseite, über die das Wasser abfließen kann, soll die Turnhalle dann wieder dicht werden. Alle gefundenen Schadstellen müssen verstopft werden. Für diese Arbeiten veranschlagt Baldauf zwei Monate.

Stellt sich jedoch heraus, dass nur eine 20 Zentimeter Kiesschicht unter der Bodenplatte ist, muss diese komplett entfernt und durch eine neue "Wanne" mit Drainage ersetzt werden. "Das ist dann eine größere Maßnahme", betonte Baldauf. Allerdings wäre dieses Vorgehen auch die beste Lösung. Vieles hänge davon ab, ob das Gutachten nur ein Rinnsal feststellt oder einen "Bach" unter der Turnhalle. Christoph Bauer vom Hauptamt betonte: Wenn man daran denke, dass die Turnhalle nach der Sanierung für 40, 50 Jahre Bestand haben soll, dann wäre die große Maßnahme die nachhaltigere Lösung.

Noch hat der Kreis-Bauausschuss keinen Beschluss gefasst, denn das Gremium wartet die Ergebnisse der Grundlagenermittlung ab. Sollte die größere Maßnahme zum Tragen kommen, rechnet Architekt Baldauf mit einer Bauverzögerung von vier Monaten. Die Gesamtkosten erhöhen sich dadurch etwa um 250 000 bis 300 000 Euro. Da allerdings bei anderen Gewerken am Schulzentrum Einsparungen erzielt werden konnten, müsste der Landkreis tatsächlich circa 100 000 bis 150 000 Euro drauflegen. Allerdings, hob Baldauf abschließend hervor, könnte das Ganze durch die Bauverzögerung doch noch teurer werden. Dies könne er momentan nicht abschätzen. Die Kosten für die Sanierung des Schulzentrums sind mit circa 16 Millionen Euro veranschlagt. Dazu kommen noch etwa sechs Millionen Euro für die Arbeiten am Schwimmbad.

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