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Kommunalwahl in Penzberg:"Ich bin kein CSU-Meister"

Stefan Korpan hat die Amtsgeschäfte übernommen

Von Alexandra Vecchiato, Penzberg

Schritt für Schritt - so lautet die Devise von Stefan Korpan. Als neuer Bürgermeister der Stadt Penzberg möchte er eigene Duftmarken setzen. Allerdings möchte der 36-Jährige nichts übers Knie brechen. "Ich freue mich, dass die Arbeit losgeht", sagt Korpan.

Montag war Korpans erster Arbeitstag. Mit der Übernahme der Amtsgeschäfte hat er das Büro seiner Vorgängerin Elke Zehetner (SPD) übernommen. Allerdings möchte der CSU-Mann einige Veränderungen vornehmen und den Raum nach seinem Gusto gestalten. Die Verantwortung, die er nun trage, sei schon sehr groß, erzählt der 36-Jährige bei der ersten offiziellen Presserunde am Dienstag im Rathaus. So habe er am Montag wichtige Papiere unterzeichnen müssen. Davor war er zur Präsentation des neuen Coronavirus-Tests von Roche eingeladen. Ein wichtiger Termin, so Korpan, gehe es doch beim geplanten Ausbau des Standortes Penzberg um Arbeitsplätze. Man müsse bei diesem Wachstum aber auch im Blick behalten, wie die Stadt mit ihrer Infrastruktur hinterherkomme. "Wir müssen die Zukunft gut planen."

Im Übrigen bestimme die Corona-Krise den Alltag - eben auch seinen Job. Schulungen zur Vorbereitung auf das Amt seien abgesagt worden. Korpan will sie schnellstmöglich nachholen. Ansonsten laufe alles geordnet ab. "Wir sind sehr gut mit dem Krisenstab aufgestellt", sagt Korpan. Hilfreich sei, dass er Vorkenntnisse habe aus seiner Zeit als Polizist.

Derzeit führt der neue Bürgermeister Gespräche mit seinen Mitarbeitern. Korpan stellt sich in den Abteilungen vor. Eine vertrauensvolle und ehrliche Zusammenarbeit sei ihm "ganz wichtig". Wenn die Verwaltung gerne ihre Arbeit erledige, dann könne der Stadtrat nur davon profitieren. Umstrukturierungen im Rathaus möchte der 36-Jährige nicht ausschließen. Doch das dürfe nicht über die Köpfe der Mitarbeiter passieren. "Das muss man vorher ausdiskutieren", sagt er. Eine Neuerung gibt es: Tom Sendl übernimmt wieder die Pressearbeit in der Stadtverwaltung. Das soll einem einheitlichen und geschlossenem Auftreten dienen.

Was die zahlreichen Projekte angeht, die in der Amtszeit seiner Vorgängerin angestoßen wurden, müsse man sehen, was sich in Hinsicht auf finanzielle Einbußen wegen der Corona-Krise realisieren lasse, sagt Korpan. Vor allem gelte es, Projekte abzuarbeiten, ehe neue Vorhaben auf den Weg gebracht würden.

Neben Transparenz sei ihm die Bürgerfreundlichkeit sehr wichtig, erklärt Korpan. Stünden große Vorhaben an, wolle er die Penzberger frühzeitig einbinden und so "mitnehmen". Er wolle auch nicht auf Biegen und Brechen Projekte seiner Partei durchboxen. Dies habe er seinen CSU-Kollegen schon mitgeteilt. "Ich bin Bürgermeister, nicht CSU-Meister", betont Korpan.

© SZ vom 07.05.2020
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