Familien in Lenggries:Höhere Gebühren in Kindergärten und Krippen

Familien in Lenggries: Die Kinderbetreuung in Lenggries wird vom 1. September an teurer.

Die Kinderbetreuung in Lenggries wird vom 1. September an teurer.

(Foto: Böhme/oh)

Die Brauneckgemeinde begründet die Anhebung der Beiträge mit gestiegenen Ausgaben.

Von Petra Schneider, Lenggries

Die Ausgaben für die Kinderbetreuung belasten den Lenggrieser Haushalt. Im vergangenen Jahr musste die Gemeinde für ihre Kitas St. Josef, St. Jakobus und St. Antonius in Wegscheid rund 2,7 Millionen Euro aufbringen. Der Grund sind vor allem die gestiegenen Personalkosten, die mit knapp 2,5 Millionen den Löwenanteil ausmachen. Auch das Defizit steigt und wird heuer voraussichtlich bei gut 1,3 Millionen Euro liegen. Der Hauptausschuss hat sich daher jüngst mit einer Gegenstimme von Tobias Raphelt (SPD) für eine Erhöhung der Beiträge für Kindergärten und Krippen ausgesprochen. Endgültig entscheiden muss der Gemeinderat.

Vom 1. September an werden demnach für eine Betreuungszeit von vier bis fünf Stunden im Kindergarten künftig 140 Euro, inklusive Spielgeld, fällig. Zuvor waren es monatlich 120 Euro. Für fünf bis sechs Stunden sind es nun 154 Euro, statt 132 Euro. Allerdings gewährt der Freistaat für jeden Kindergartenplatz eine Förderung von 100 Euro monatlich, die an die Gemeinden ausbezahlt werden. Die Einrichtungen reduzieren dann die Elternbeiträge entsprechend.

Lenggries orientiert sich mit neuen Gebühren an den Umlandgemeinden

Mehr als Zweidrittel buchten Betreuungszeiten zwischen vier und sechs Stunden, sagte Kämmerer Michael Wenig. Man habe sich an den Einrichtungen der Umlandgemeinden orientiert: Im Durchschnitt würden, bei einer Betreuungszeit von vier bis fünf Stunden, rund 136 Euro verlangt. Die Kinderland Weyarn GmbH, die seit Januar den Interims-Kindergarten im Creaktivum beim Brauneck-Hotel mit 75 Plätzen betreibt, erhebt 135 Euro, plus acht Euro Spielgeld, sagte Wenig. Die Gemeinde hat mit dem Träger einen Pachtvertrag über fünf Jahre geschlossen, bis ein weiterer Kindergarten, der auf dem Kasernenareal geplant ist, zur Verfügung steht. Bei den Krippenplätzen steigen die Gebühren ab September für vier bis fünf Stunden von 240 auf 280 Euro. Bei fünf bis sechs Stunden sind es künftig 308, statt bisher 264 Euro. Seit Januar 2020 gewährt der Freistaat für Kinder ab einem Jahr ein "Krippengeld" von bis zu 100 Euro monatlich, das einkommensabhängig ist.

Familien in Lenggries: Mit der Anhebung der Gebühren könne die Gemeinde Lenggries das Defizit "wenigstens stabil halten", sagt Bürgermeister Stefan Klaffenbacher.

Mit der Anhebung der Gebühren könne die Gemeinde Lenggries das Defizit "wenigstens stabil halten", sagt Bürgermeister Stefan Klaffenbacher.

(Foto: Manfred Neubauer)

Wie Kämmerer Wenig erklärte, könne die Gemeinde durch die Erhöhung bei den Kita-Gebühren insgesamt Mehreinnahmen von rund 100 000 Euro jährlich verbuchen. Bürgermeister Stefan Klaffenbacher (FWG) sprach sich für die Anhebung aus. "Damit wir unser Defizit wenigstens stabil halten können." Die Kalkulation sei mit den Leiterinnen und Elternbeiräten abgesprochen. Man werde die Eltern informieren, wo sie im Bedarfsfall finanzielle Unterstützung beantragen könnten.

"Es ist nicht so, dass sich das jeder so ohne weiteres leisten kann."

Für Markus Ertl (FWG) ist die Änderung ein "notwendiger Schritt", zumal 2026 der Rechtsanspruch für die Ganztagsbetreuung von Grundschulkindern in Kraft trete und damit weitere Aufgaben auf die Gemeinde zukämen. Die Anhebung falle "moderat" aus und sei vermittelbar. Die letzte Erhöhung hatte es erst vor zwei Jahren gegeben - mit "großen Sprüngen", wie Roman Haehl (Grüne) sagte, weil davor die Gebühren zehn Jahre lang nicht angepasst worden waren. "Ich finde es gut, dass man sich an anderen Gemeinden orientiert", lobte Haehl. Er sei bereits öfter auf die Gebührenerhöhung angesprochen worden. "Denn es ist nicht so, dass sich das jeder so ohne weiteres leisten kann". Seinen Vorschlag, die Gebühren an die Inflation zu koppeln, könne man "grundsätzlich überlegen", sagte Wenig. Man müsse aber in den Gebührensatzungen fixe Summen festlegen.

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