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Immobilien im Oberland:Wohnungen für mehr als 2000 neue Geretsrieder

Acht Randgeschosse und eine nach innen abgestufte Bebauung: Dies ist das Architekturkonzept (vorn das Industriegleis).

(Foto: Quelle: Krämmel Wohn- und Gewerbebau GmbH by smpl/oh)

Das Landratsamt erteilt Krämmel die Baugenehmigung für das Großprojekt Banater Straße. Geschäftsführer sieht in Klage kein Hindernis mehr

Von Felicitas Amler

Der Bebauungsplan ist noch nicht rechtskräftig, aber die Baugenehmigung steht: Das Landratsamt hat das Geretsrieder Groß- und Vorzeigeprojekt Banater Straße mit rund 770 Wohnungen gebilligt. Fast fünf Jahre nach der ersten Idee der Wolfratshauser Krämmelgruppe, auf der Brache der früheren Spielwarenfabrik Lorenz frei finanzierte und soziale Mietwohnungen sowie Eigentumswohnungen in großer Zahl zu errichten, sind damit die Planungen - fast - abgeschlossen. Noch stehe die Verabschiedung des Bebauungsplans aus, heißt es aus dem Landratsamt; diese sei für die Geretsrieder Stadtratssitzung am 29. September angekündigt.

Gegen diesen Plan wird der benachbarte Kompressoren-Hersteller Bauer Klage einreichen, dies hat die alleinige Gesellschafterin Monika Bayat mehrmals angekündigt. Das Unternehmen fürchte, so erklärte sie, um seinen Standort, da es mit Lärmschutzklagen künftiger Bewohner rechne. Am Mittwoch war Bayat nicht für eine Nachfrage zu erreichen.

"Planungswille ist eindeutig"

Nein, sagt Geschäftsführer Korbinian Krämmel, vor dieser Klage habe er keine Angst. Sie werde das Bauvorhaben insgesamt "auf keinen Fall" verhindern, da sei er nach reiflicher juristischer Überprüfung und mehrmaliger Optimierung des Konzepts ganz sicher. "Der Planungswille der Kommune ist eindeutig", so Krämmel, das hätten alle Erörterungen im alten und auch bereits im neuen Stadtrat gezeigt. Das Projekt sei "von allen Seiten politisch breit gewollt und unterstützt".

Man sehe dies auch daran, so Krämmel, dass sich Landrat Josef Niedermaier (Freie Wähler) in der am Mittwoch veröffentlichten Presseerklärung ausdrücklich dazu bekannt hat. Niedermaier wird darin so zitiert: "Für unseren Landkreis ist das Vorhaben von sehr hoher Bedeutung, da hierdurch dringend notwendiger Wohnraum, vor allem auch zu erschwinglichen Preisen geschaffen wird." Aus diesem Grund habe er sich im Landratsamt und bei Gesprächen mit der Regierung von Oberbayern sowie dem bayerischen Bauministerium für schnelle Baugenehmigungen eingesetzt.

"Diese ganze Klageandrohung steht für uns gar nicht so sehr im Fokus", sagt Krämmel. Es gehe jetzt darum, die konkrete Ausführungsplanung für das Projekt zu beginnen. Der Entwurf des Münchner Architekturbüros Kehrbaum, das auch für das neue Geretsrieder Stadtzentrum verantwortlich zeichnet, sieht für die Banater Straße eine nach außen abschottende achtgeschossige Bebauung vor, die nach innen um ein bis drei Geschosse abgestuft und lockerer angeordnet ist. Krämmel sagt, in dem Quartier könnten gut 2000 Menschen wohnen. Ein Haus für Kinder ist vorgesehen, ein Boarding-House, Begegnungsräume, eine Fläche für Gastronomie oder einen Bäcker, es sollen Elektro-Lastenräder und womöglich E-Autos in einem Carsharing-Verfahren angeboten werden. Läden seien, so Krämmel, ansonsten nicht vorgesehen: "Wir legen großen Wert darauf, dass die Interaktion mit dem Zentrum gut funktioniert." Dort sei die Versorgung mit Waren des täglichen Bedarfs gesichert.

Was die bei mehr als 2000 neuen Einwohnern zu erwartende Verkehrsbelastung angeht, so gibt sich Krämmel zuversichtlich: Die geplante Verbesserung des Ampel-Knotenpunkts Blumenstraße/B 11 sei ausreichend.

© SZ vom 27.08.2020
Luftbild Lorenz-Areal

Zwischen der Banater Straße (links) und der Elbestraße (rechts) liegt die Industriebrache, die nun bebaut werden kann. Links grenzt Kompressoren-Hersteller Bauer an.

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