Historischer Verein:Wo Handaufleger und Hexen wirkten

Der Historische Verein Wolfratshausen bereitet sein neues Buch zur Medizingeschichte im Isar- und Loisachtal vor.

Von Benjamin Engel

Historischer Verein: Sybille Krafft , Vorsitzende des Historischen Vereins und ihr Stellvertreter Bernhard Reisner

Sybille Krafft , Vorsitzende des Historischen Vereins und ihr Stellvertreter Bernhard Reisner

(Foto: Hartmut Pöstges)

Der Historische Verein Wolfratshausen beschäftigt sich in diesem Jahr mit Ärzten, Hexen und Handauflegern, Sommerfrischlern in Ebenhausen und den Penzberger Bergwerksknappen. Außerdem widmet er sich in seinem Jahresprogramm archäologischen Ausgrabungen aus der Römerzeit und Weihnachtsbräuchen. Dazu liegt nun auch der aktuelle Flyer vor, den die Vorsitzende Sybille Krafft und Stellvertreter Bernhard Reisner am Samstag im Wolfratshauser Landhauscafé präsentierten.

Der Historische Verein besucht am Samstag, 8. März, das Penzberger Bergwerksmuseum und lädt zu einer Stadtbesichtigung. Ein ehemaliger "Kumpel" werde durch die Ausstellung führen, sagte Krafft. Ebenso wird die Kunsthistorikerin Gisela Geiger beteiligt sein. Die Teilnehmerzahl ist begrenzt, weshalb sich Interessierte bis 1. März anmelden sollen. Die Veranstaltung kostet 15 Euro. Die Teilnehmer treffen sich um 10 Uhr am Parkplatz bei der Wolfratshauser Loisachhalle und fahren mit dem Bus nach Penzberg.

Lia Schneider-Stöckl, Besitzerin und Betreiberin des Irschenhauser Hollerhauses, begibt sich am Samstag, 31. Mai, auf einen historischen Spaziergang durch Ebenhausen. Sie stellt das dortige Gasthaus zur Post vor, in dem einst Johann Wolfgang von Goethe eingekehrt sein soll. Zudem führt sie zu Schlössern und erzählt von den Sanatorien, die viele Sommerfrischler anzogen. Die Veranstaltung (Anmeldung bis 1. Mai) kostet acht Euro, für Mitglieder ist sie kostenlos. Anschließend lädt der Verein seine Mitglieder zur Jahreshauptversammlung in das Hollerhaus.

In großem Rahmen feiern möchte der Verein im Sommer die 50. Station der Wanderausstellung über die einstige jüdische Mädchenschule in Wolfratshausen. Die ehrenamtlich organisierte Schau habe man schon in ganz Deutschland von Thüringen, Sachsen bis Hamburg gezeigt, sagt Krafft. "Wir haben ein Stück Wolfratshausen in die Welt getragen." Die Ausstellung soll im Sommer im Badehaus in Wolfratshausen-Waldram gezeigt werden.

Dort plant der "Badehaus-Verein", dessen Vorsitzende auch Krafft ist, künftig ein Dokumentationszentrum. Ein Termin für die Festveranstaltung steht noch nicht fest. Ausschließlich Mitglieder können am Samstag, 12. Juli, den archäologischen Funden aus der Römerzeit bei Leutstetten nachspüren. Die Archäologin Birgit Anzenberger führt zur sogenannten "Villa Rustica", dem vermutlichen Landsitz eines römischen Offiziers, wie Reisner sagt. Der Unkostenbeitrag beträgt acht Euro (Anmeldung bis 1. Juni).

Mit einer großen Revue in der Loisachhalle präsentiert der Verein sein neues Buch zur Medizingeschichte im Isar- und Loisachtal am Freitag, 14. November. Laut Reisner beleuchteten 30 bis 40 Artikel Bader, Landärzte, Hebammen, aber auch alternative Medizin oder Hexen. Laut Krafft werde auch das denkmalgeschützte Alte Krankenhaus in Wolfratshausen thematisiert, für das eine Abbruchgenehmigung vorliegt. Der Eintritt zur Revue kostet 15 Euro. Der Kartenvorverkauf beginnt im September.

Zum Abschluss beschäftigt sich der Verein am Sonntag, 30. November, mit dem Wandel der Weihnachtsbräuche. Der Eintritt kostet 15 Euro. Die Einnahmen kommen dem Erinnerungsprojekt im Wolfratshauser Badehaus zugute.

Anmeldungen unter Telefon 08171/34 59 05 oder info@histvereinwor.de; weitere Informationen unter www.histvereinwor.de

© SZ vom 27.01.2014
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