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Pandemie in Geretsried:Corona-Fall überschattet Schulbeginn

Am Gymnasium Geretsried ist eine Person positiv auf das Coronavirus getestet worden.

(Foto: Hartmut Pöstges)

Am Gymnasium Geretsried ist eine Mitarbeiterin positiv auf Covid-19 getestet worden. Das Gesundheitsamt ordnet für drei Personen Quarantäne an, sieht aber keinen Grund für eine Schließung des Hauses.

Von Felicitas Amler

Am Gymnasium Geretsried beginnt der Unterricht an diesem Dienstag unter erschwerten Bedingungen. Am Montagmorgen hat Direktor Christoph Stroedecke erfahren, dass eine Mitarbeiterin aus seinem Sekretariat positiv auf das Coronavirus getestet wurde. Nachdem er das Gesundheitsamt Bad Tölz verständigt hatte, liefen dort die Drähte heiß.

Es sei eine unglaublich hohe Anzahl an Kontakten abzuklären, hieß es aus der Pressestelle des Landratsamts. Am späten Nachmittag war nach Prüfung aller bekannten Kontakte klar, dass die Schule am Dienstag beginnen könne. Das Gesundheitsamt stellte drei am Gymnasium Geretsried tätige Personen unter häusliche Quarantäne. Der Elternbeirat zeigte sich nicht beunruhigt.

Das Gesundheitsamt folgt in diesem Fall wie grundsätzlich beim Management von Covid-19-Fällen den Empfehlungen des Robert Koch-Instituts und den Vorgaben des bayerischen Staatsministeriums für Gesundheit und Pflege. "Liegt ein positives Testergebnis vor, hat sich die betroffene Person in eine 14-tägige Quarantäne zu begeben und schnellstmöglich dem Gesundheitsamt seine Kontaktpersonen zu nennen." Diese werden je nach Enge des Kontakts in I oder II kategorisiert. Wer mit dem sogenannten Indexfall "kumulativ mindestens 15-minütigen Gesichtskontakt - face-to-face" hatte, muss sich selbst testen lassen und eine 14-tägige Quarantäne einhalten.

Unter den vielen Kontakten, welche die positiv getestete Mitarbeiterin laut Landratsamt hatte, seien aber nur wenige der Kategorie I gewesen, so dass das Gesundheitsamt es nicht für nötig erachtete, das Gymnasium zu schließen. Nach Auskunft des Schulleiters war die betroffene Mitarbeiterin zuletzt in der vergangenen Woche im Schulgebäude gewesen. In allen Schulen herrscht gewöhnlich unmittelbar vor dem Beginn des neuen Schuljahrs Hochbetrieb.

Wie viele Lehrer aber in dieser Zeit im Gymnasium anwesend waren und welche zusätzlichen Schutzmaßnahmen womöglich an Ort und Stelle getroffen wurden, war am Montag bis zum späten Nachmittag nicht zu erfahren. Schulleiter Stroedecke und seine Mitarbeiter waren nach eigenen Aussagen unentwegt mit Telefonaten mit Kontaktpersonen und dem Gesundheitsamt beschäftigt. Ans Gymnasium Geretsried gehen nach Stroedeckes Worten zum Beginn des neuen Schuljahrs an die tausend Schülerinnen und Schülern.

Daniela Marthaler, Vorsitzende des Elternbeirats, sagte, die sonst am Vortag des Schulbeginns übliche Lehrerkonferenz sei am Montag kurzfristig abgesagt worden: "Ich wäre dazu eingeladen gewesen." Soweit sie informiert sei, werde das Gymnasium die allgemein vorgeschriebenen Schutzmaßnahmen praktizieren. Dazu zählen für die Schülerinnen und Schüler in den ersten neun Tagen neben dem Abstandhalten das Tragen von Masken. Marthaler sagte auf Nachfrage, ob sie nach dem konkreten Corona-Fall in der Schule besorgt sei: "Nein, ich mache mir keine Sorgen."

© SZ vom 08.09.2020

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