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Expertenanhörung:Jetzt geht es um den Erhalt der Tölzer Geburtenstation

Heute sprechen Ärzte, Hebammen und Klinikdirektoren im Kreisausschuss über die Gesundheitspolitik - dann muss die Politik über einen Zuschuss entscheiden.

Die Sondersitzung des Kreisausschusses an diesem Freitag, 17. März, wird lange dauern - und sie dürfte viele Bürger interessieren. Schließlich geht es um die Zukunft der Geburtshilfe im Landkreis - an der Asklepios-Stadtklinik in Bad Tölz und an der Kreisklinik Wolfratshausen. Die Belegabteilung der Tölzer Klinik schließt zum Ende des Monats, Kinder könnten dort künftig nur noch geboren werden, sollte eine Hauptabteilung in Kooperation mit einer großen Klinik zustande kommen. Die wiederum ist nur möglich, wenn der Kreistag beschließt, die Kosten für das Personal zu tragen - Asklepios spricht von 1,8 Millionen Euro im Jahr.

In der öffentlichen Sondersitzung, die um 14 Uhr im großen Sitzungssaal des Landratsamts beginnt, sollen acht Experten ihre Einschätzung darlegen: Herwig Heide vom bayerischen Gesundheitsministerium, Günter Neubauer vom Institut für Gesundheitsökonomie, der Direktor der Frauenklinik am Universitätsklinikum Erlangen Matthias Beckmann, der Medizinische Direktor des Städtischen Klinikums München Thomas Krössin, sowie Astrid Giesen, Vorsitzende des bayerischen Hebammen-Landesverbands, werden die gesundheitspolitischen Zusammenhänge aufzeigen; Stephan Krone, scheidender Belegarzt in Tölz, sein Kollege Manfred Stumpfe von der Kreisklinik Wolfratshausen und die Sprecherin der örtlichen Hebammen Martina Winkler werden über die Auswirkungen auf ihre Arbeit sprechen.

Laut Landratsamts-Sprecherin Marlis Peischer sollen die Fachleute zunächst kurze Referate halten, dann haben die Kreisräte die Möglichkeit, ihnen Fragen zu stellen. Es handle sich um eine reine Informationsveranstaltung, betont Peischer. Einen empfehlenden Beschluss für den Kreistag werde das Gremium am Freitag nicht fassen. Die Fachleute sollen dennoch eine Entscheidungsgrundlage bieten für die Kreistagssitzung, die eine Woche später, am Freitag, 24. März, stattfindet: Dann geht es um den Beschluss fü oder gegen den Zuschuss für die Tölzer Geburtshilfe.

© SZ vom 17.03.2017 / aip
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