bedeckt München 21°
vgwortpixel

Reden wir über:Landschaftspflege mit Exmoor-Ponys

Annett von Selzam Exmoor-Pony Bad Heilbrunn

Annett von Selzam.

(Foto: privat)

Annett von Selzam betreut die Tiere für die Stiftung Nantesbuch

Die Stiftung Nantesbuch in Karpfsee lädt für diesen Donnerstag zu einem "Feierabend" rund um das Thema Exmoor-Ponys ein. Die Veranstaltung ist zwar bereits ausgebucht. Die SZ sprach trotzdem mit Annett von Selzam . Sie betreut für die Stiftung eine Herde dieser speziellen Pony-Art.

SZ: Frau von Selzam, was macht Exmoor-Ponys so besonders?

Annett von Selzam: Das erste Mal schriftlich erwähnt wurde das Exmoor-Pony zur Zeit von William the Conqueror. Durch seine Anatomie gilt es als das westlich europäische Urpferd. Durch den robusten Körperbau ist das Exmoor-Pony besonders für die Landschaftspflege geeignet. Es hat kleine feste Hufe und im Gegensatz zu einem domestizierten Pferd einen sehr großen Kopf. Das liegt daran, dass es mit dem starken Kiefer auch Äste und Büsche zermalmt.

Wie wird das Pony in der Landschaftspflege eingesetzt?

Die Exmoor-Ponys sind auf den Flächen der Stiftung Nantesbuch ganzjährig draußen. Dort halten sie zum Beispiel das Haselbachtal von Verbuschung frei, sodass kleines Gewüchs nachkommen kann. Das Besondere ist, dass sie die Felder nicht einfach abgrasen, sondern sehr gezielt umherschweifen und überall ein bisschen fressen, sodass kein Kahlschlag entsteht. Zwischendrin frisst das Pony auch mal einen Farn, was ein domestiziertes Pferd gar nicht vertragen könnte.

Können die Tiere auch beritten werden?

Unsere Ponys sind nicht dafür ausgebildet, aber grundsätzlich ja. Was ich an ihnen sehr schätze, ist, dass sie sehr unerschrocken sind. Selbst wenn sie vor etwas scheuen, habe ich es noch nicht erlebt, dass eines kopflos geworden wäre. Wenn etwas spannend und aufregend ist, wird erst die minimalste Fluchtdistanz geschaffen und dann nochmals geschaut, was ist das eigentlich.

Wie gestaltet sich der Feierabend der Stiftung Nantesbuch?

Als Stiftung beschreiten wir alternative Wege wie zum Beispiel mit der Permakultur. Wir haben zwei junge Exmoor-Ponys in der Grundausbildung, die wir vorstellen werden. Geplant ist, diese kommendes Jahr probehalber im Gartenbau einzusetzen. Die Gäste werden sowohl den partnerschaftlichen Umgang mit den Tieren als auch eines der Ponys und ein süddeutsches Kaltblut von Herrn Schmid als Zugpferde in Aktion sehen. Danach geben Manfred Schmid, der aus der Landwirtschaft auf dem Gut Mooseurach kommt, und ich einen kleinen Impuls über den Umgang mit Arbeitspferden und die verschiedenen Ausbildungswege. Ich selbst arbeite über das positive Verstärken, der klassische Weg ist aber das negative Verstärken. Und natürlich ist der Abend ein kulinarischer Feierabend mit gemeinsamem Essen und Raum für Diskussion.