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Maschmeyer und Ferres am Starnberger See:Villenkauf mit Schwierigkeiten

Eine Villa aus dem 19. Jahrhundert, hübsch und mit Blick auf den Starnberger See, hatten sich Unternehmer Carsten Maschmeyer und Schauspielerin Veronica Ferres ausgesucht. Doch dann fielen Bäume auf dem Grundstück, Nachbarn lästerten über den Bretterzaun - und plötzlich ist unklar, ob das Glamourpaar die Villa überhaupt beziehen wird.

Wer je einen lauen Sommerabend in Ambach am Starnberger See verbracht hat, inklusive Besuch im Fischmeister-Biergarten und Sonnenuntergang am Dampfersteg, kann verstehen, warum es so viele Menschen an dieses Ufer zieht. Es ist einfach zu schön hier, und wenn man Glück und Geld hat, das passende Haus mit Seeblick erwerben zu können, lebt es sich recht angenehm in einer Gegend, in der prominente Villenbesitzer meist ihre Ruhe hinter hohen Büschen genießen.

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Veronica Ferres und Carsten Maschmeyer bei einem Boxkampf.

(Foto: dpa)

Offenbar hatten auch der Unternehmer Carsten Maschmeyer, 52, und seine Lebensgefährtin Veronica Ferres, 46, Gefallen am Ambacher Idyll gefunden. Ein passendes Objekt war ebenfalls gefunden: Es handelt sich um eine denkmalgeschützte Villa aus der Spätphase des 19. Jahrhunderts, mit direktem Zugang zum See - sehr hübsch, allerdings nicht ganz so luxuriös wie das Maschmeyer-Domizil in Port d' Andratx auf Mallorca, in dem auch der frühere Bundespräsident Christian Wulff samt seiner Gattin einen folgenreichen Urlaub verbrachte.

Nun sind es die Menschen am Starnberger See gewohnt, dass sich Multimillionäre die besten Plätze sichern. Ärger kann es allerdings geben, wenn die neuen Nachbarn auf Veränderungen aus sind und in irgendeiner Weise die Idylle stören.

Im Fall der Ambacher Villa ging es um eine Reihe von alten Bäumen, die auf einmal weg waren. Das "Kettensägen-Massaker im Park", wie Maschmeyers Heimatzeitung, die Hannoversche Allgemeine, süffisant schreibt, habe Nachbarn und passionierte Baumschützer schwer erregt.

Dabei ist die Aktion rechtlich nicht zu beanstanden: Es seien nur kranke Bäume gefällt worden, teilt ein Maschmeyer-Sprecher mit: "Alle Genehmigungen sind mit der Gemeinde sehr lange abgestimmt gewesen."

So richtig gelungen war der Einstand jedenfalls nicht, zumal im Ort auch noch über den neuen Bretterzaun gelästert wird, der das Anwesen vor neugierigen Blicken schützt.

Aus dem Umfeld von Veronica Ferres ist zu hören, dass sich die Schauspielerin gar nicht mehr so sicher ist, ob sie nach den unangenehmen Schlagzeilen, die sie als Eingriff in ihre Privatsphäre wertet, überhaupt noch nach Münsing ziehen möchte. Und weil man auf dem Starnberger Immobilienmarkt das Gras wachsen hört, haben sich offenbar schon Makler in Stellung gebracht, die so großzügig wären, die Villa wieder zu veräußern - sollte Maschmeyer die ganze Geschichte zu blöd werden und er deshalb einen Verkauf in Erwägung ziehen.

Es herrscht also größtmögliche Aufregung im stillen Münsing. Bürgermeister Michael Grasl, der sich zunächst über das neue Promipaar zu freuen schien, will erst mal gar nichts mehr sagen. Das Telefon steht nicht mehr still, die Anfragen der Journalisten explodieren förmlich. "Wir haben auf Grundstücksverkäufe und diesbezügliche Überlegungen keinen Einfluss", teilt Grasl lapidar mit.

Dass Maschmeyer ernsthaft an einen Verkauf denkt, kann sein Sprecher nicht bestätigen. Vielleicht findet er ja auch einen potenten Mieter, wenn die Villa fertig renoviert ist - der sollte sich dann allerdings den Sonnenuntergang am Dampfersteg nicht entgehen lassen.