Bundestagswahl:Zwölf für Berlin

Bundestagswahl 2021: Elf Bewerber fordern Spitzenkandidat Alexander Dobrindt im Wahlkreis 226 heraus

Von Alexandra Vecchiato, Penzberg

Die SPD könnte bei der Bundestagswahl am 26. September 2021 ein Revival erleben. Umfragen sehen die Sozialdemokraten vor CDU/CSU und den Grünen. Von diesem Trend profitieren zu können, erhofft sich wohl Sigrid Meierhofer, die im Wahlkreis 226 als Direktkandidatin der SPD den Lokalmatador Alexander Dobrindt (CSU) herausfordert. Der 51-Jährige wurde zum sechsten Mal in Folge nominiert. Insgesamt buhlen zwölf Kandidaten im Wahlkreis 226 um das Direktmandat bei der Bundestagswahl.

Der Wahlkreis 226 umfasst die Landkreise Weilheim-Schongau und Garmisch-Partenkirchen. Eingereicht wurden 13 Wahlvorschläge. Der Kreiswahlausschuss hatte am 30. Juli über die Vorschläge entschieden. Wegen Formfehler wies der Wahlausschuss allerdings jenen von "Die Partei" ab. Neben SPD und CSU stellen die Grünen, die FDP, die Linke, die Freien Wähler, die AfD, die ÖDP, die Bayernpartei, die Basis und Volt Kandidaten. Als parteifreier Direktkandidat tritt der 49 Jahre alte Ricard Ryssel aus Seehausen am Staffelsee an. Zwei Kandidaten kommen aus Penzberg: Juina Wessel, 58 Jahre alt, (Die Basis) und der 61-jährige Werner Knigge (Volt).

Alexander Dobrindt

Der Peißenberger Alexander Dobrindt (CSU) wurde zum sechsten Mal nominiert.

(Foto: Michael Kappeler/dpa)

Den in Peißenberg geborenen Alexander Dobrindt könnte man als Berliner Urgestein bezeichnen. Seit 2002 sitzt er im Bundestag. Er bekleidete verschiedene Ämter. Von 2013 bis 2017 war er Bundesverkehrsminister. Seit 2017 ist der 51-Jährige der Vorsitzende der CSU im Bundestag. Auf seiner Homepage nennt er drei Standpunkte, die ihm wichtig sind: Tradition bewahren, Fortschritt gestalten und Sicherheit gewährleisten.

Während sich Dobrindt erst kürzlich als CSU-Spitzenkandidat beim Schlagabtausch mit den Bewerbern von FDP, AfD und Linken im Fernsehen einem bundesweiten Publikum präsentieren konnte, müssen seine Herausforderer an Ort und Stelle im Wahlkreis 226 auf Stimmfang gehen. Für die SPD in beiden Landkreisen unterwegs ist Sigrid Meierhofer. Die Ausgangslage ist für die frühere Bürgermeisterin von Garmisch-Partenkirchen allerdings nicht rosig: Auf der Liste der Bayern SPD steht sie nur auf Platz 38. Über die Landesliste nach Berlin zu kommen, ist daher ein ehrgeiziges Ziel. Denn Dobrindt konnte seit 2002 stets die meisten Erststimmen einfahren. 2017 hatte er 47,9 Prozent erhalten, der damalige SPD-Kandidat Enrico Corongiu kam als Zweitplatzierter auf 14,8 Prozent. Die Schwerpunkte der 65 Jahre alten Ärztin Meierhofer, die zuletzt an der Krankenpflegeschule in Garmisch-Partenkirchen lehrte, liegen auf den Themen Gesundheit, Wohnen und Mobilität.

Den Wählerinnen und Wählern in Penzberg präsentiert sich am Samstag, 18. September, die Direktkandidatin der Grünen, Elisabeth Löwenbourg-Brzezinski. Von 12 Uhr an steht sie auf dem Stadtplatz gemeinsam mit Anton Hofreiter Rede und Antwort zum Thema "Mit grünen Jobs zu neuem Erfolg". Die 37-Jährige, die als Investment Managerin in München arbeitet und in Weilheim wohnt, steht auf Platz 21 der Bayerischen Landesliste und ist Expertin für "grüne Finanzen und Wirtschaft".

Sigrid Meierhofer, 2016

Sigrid Meierhofer wirft ihren Hut für die SPD in den Ring. Sie steht auf Platz 38 der Landesliste.

(Foto: Johannes Simon)

Die Diplom-Mathematikerin Gerrit Huy aus Inning am Ammersee ist die Kandidatin der AfD. Laut den Angaben auf der Homepage der Gruppierung gilt das Interesse von Huy, Jahrgang 1953, neben den Fragen der Renten- und Familienpolitik insbesondere der besseren Einbindung der Bürger in die politische Meinungsbildung.

Für die FDP ins Rennen geht Karl Martin Siepmann, Gemeinde- und Kreisrat in Garmisch-Partenkirchen. Der 1961 Geborene erklärt: "Als Liberaler vom Scheitel bis zur Sohle bin ich überzeugter Bürgerrechtler. Nie war es so wichtig wie heute, für unsere Bürgerrechte einzutreten."

Auch die Linke hat einen Kandidaten: den 73-jährigen Ohlstädter Rolf Walther, Prokurist. "Politik von unten" lautet die Devise der Freien Wähler. Für die Gruppierung tritt der 38-jährige Patentanwaltsfachangestellte Arnold Reuss aus Weilheim an. Die Biologin und Klimaschutzaktivistin Maiken Winter aus Raisting wurde von der ÖDP als Direktkandidatin für die Bundestagswahl 2021 nominiert. Auch die Bayernpartei möchte in der Hauptstadt Berlin mitreden. Für sie kandidiert Johann Gattinger, 72 Jahre alt, aus Untersöchering.

© SZ vom 17.09.2021
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