Bürgerversammlung Icking:Mit Härte für neuen Radweg

Bürgerversammlung Icking: Knapp 100 Besucherinnen und Besucher waren zur Ickinger Bürgerversammlung ins Vereineheim Dorfen gekommen.

Knapp 100 Besucherinnen und Besucher waren zur Ickinger Bürgerversammlung ins Vereineheim Dorfen gekommen.

(Foto: Harry Wolfsbauer)

Um die Verbindung zwischen Icking und Ebenhausen herzustellen, fordert Landrat Niedermaier notfalls die Enteignung von Grundeigentümern. Weitere Themen sind der Bau der Zweifachturnhalle, das neue Feuerwehrhaus und die Wasserpreise.

Von Susanne Hauck, Icking

Der Radweg zwischen Icking und Ebenhausen muss kommen. Auch wenn dafür notfalls die letzte Karte gezogen werden muss: die Enteignung von Grundstückseigentümern, die sich seit Jahren querstellen. Das fordert jedenfalls Josef Niedermaier (Freie Wähler). Das werde zwar "ganz böses Blut geben", sagte der Landrat: "Aber wir müssen irgendwann damit beginnen." Weil der Radweg wegen der Mobilitätswende dringend benötigt werde, halte er es für gerechtfertigt, das Gemeinwohl über Einzelinteressen zu stellen. Rechtlich sei das mittlerweile leichter herzustellen. "Ich stehe zur Enteignung, sonst werden wir den Radlweg nie kriegen", kündigte er an.

Zwar lockte die Bürgerversammlung Icking am Mittwoch fast 100 Besucher ins Vereineheim Dorfen. Dennoch verlief die Diskussion zäh, Anträge gab es nicht, die Fragen an Bürgermeisterin Verena Reithmann (UBI) konnte man an einer Hand abzählen. Der Radweg war eine davon. Ludwig Mock wollte wissen, wann die schlaglochübersäte Meilenberger Straße repariert werde, worauf die Bürgermeisterin erwiderte: nächstes Jahr. Helmut Jäger aus Dorfen äußerte seinen Unmut über säumige Hausbesitzer, die die von der Gemeinde geforderte Abwasser-Dichtigkeitsprüfung verschleppten, während andere bereits gehandelt hätten. Er forderte mehr Druck durch die Gemeinde. Reithmann bestätigte die schleppenden Fortschritte. Etwa die Hälfte der Haushalte habe überhaupt noch keine Maßnahmen ergriffen oder hänge in der Warteschleife, sagte sie. "Aber die kommen da nicht raus".

"Da können wir ein gutes Projekt zusammen stemmen."

Die Bürgermeisterin machte in ihrem Bericht deutlich, dass wegen einiger Großprojekte in den kommenden Jahren Engpässe drohten. Dennoch sei der Bau der neuen Zweifachturnhalle, die auch von örtlichen Vereine genutzt werden könne, ein wichtiger Schritt. Landrat Niedermaier unterstützt das Vorhaben, das Gemeinde und Landkreis wohl gemeinsam angehen werden, auch wenn das noch nicht formell abgesegnet ist: "Da können wir ein gutes Projekt zusammen stemmen." Reithmann bekannte sich auch zum Bau des neuen Feuerwehrhauses in Dorfen, einem Vorhaben, das durch die Finanzierung der Turnhalle nicht gefährdet werden soll. Ob Neubau oder Sanierung sei eine Kostenfrage. "Wir müssen es halt finanziert kriegen."

Bürgerversammlung Icking: Neben Bürgermeisterin Verena Reithmann äußerte sich auch Landrat Josef Niedermaier zu Projekten in Icking.

Neben Bürgermeisterin Verena Reithmann äußerte sich auch Landrat Josef Niedermaier zu Projekten in Icking.

(Foto: Harry Wolfsbauer)

Weitere Themen waren die Möglichkeit eines neuen Spielplatzes am Ortsausgang von Dorfen in der Attenhauser Straße und die Schaffung eines kleinen Gewerbegebiets in Dorfen an der B11 für die ortsansässigen Handwerker. "Es ist dringend an der Zeit", zeigte sich Reithmann hier erleichtert über die Fortschritte. Im Moment werde an einem Bebauungsplan gearbeitet. Icking werde sich demnächst mit der kommunalen Wärmeplanung beschäftigen, kündigte die Bürgermeisterin an, für die es kürzlich unerwartete Fördergelder gegeben habe. Im Ortsteil Dorfen sei man da schon weiter. Trotz früherer Bedenken von Fachleuten zeige eine neuere Einschätzung, dass Fernwärme auf dem Dorf umgesetzt werden könnte, auch wenn die Art der Wärmelieferung noch fraglich ist. Um das grundsätzliche Interesse abzufragen, wurden Dorfner Hauseigentümer gebeten, sich unverbindlich im Rathaus zu melden.

Zu guter Letzt kündigte die Rathauschefin die turnusgemäße Neuberechnung der Wasserpreise an. Ob das Wasser in den nächsten vier Jahren nochmal teurer oder wieder günstiger wird, blieb freilich offen. Im letzten Kalkulationszeitraum hatte es zahlreiche Beschwerden wegen des exorbitant gestiegenen Preises gegeben.

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