Volksbegehren Knapp unter dem Durchschnitt

Fast 17 000 Bürger haben das Volksbegehren im Landkreis unterschrieben.

(Foto: Harry Wolfsbauer)

18,13 Prozent der Landkreisbürger unterzeichnen das Volksbegehren Artenvielfalt.

Benjamin Emonts

Nun ist es so gut wie amtlich: Das Volksbegehren Artenvielfalt ist nach dem vorläufigen Ergebnis mit einer Beteiligung von 18,4 Prozent das erfolgreichste in der Geschichte Bayerns. Der Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen liegt nur knapp unter dem bayernweiten Durchschnitt. Nach den noch ungeprüften Zahlen des Tölzer Landratsamts lag die Beteiligung hier bei 18,13 Prozent. Von 92 284 Stimmberechtigten gaben demnach 16 734 ihre Unterschrift ab. Spitzenreiter unter den 21 Landkreisgemeinden ist Icking, wo sich 878 von 2669 berechtigten Bürgern eintrugen - das ergibt einen Spitzenwert von 32,9 Prozent.

Für ein erfolgreiches Volksbegehren müssen mindestens zehn Prozent der Stimmberechtigten unterschreiben. Diese Zehn-Prozent-Hürde wurde in sämtlichen Gemeinden des Landkreises genommen. Knapp wurde es lediglich in landwirtschaftlich geprägten Gemeinden wie Gaißach (10,34 Prozent), Wackersberg (10,55 Prozent) und der Jachenau (11,76 Prozent). Der Bayerische Bauernverband und ein Großteil der hiesigen Landwirte sprachen sich gegen das Volksbegehren aus.

Das Bündnis der Unterstützer ist jedoch groß. Es besteht aus politischen Parteien und Naturschutzverbänden mit Tausenden Mitgliedern im Landkreis. Ihre umfangreichen Werbeaktionen mit Flyern, Plakataktionen und Rathauslotsen zeigten offensichtlich Wirkung. In Münsing und Benediktbeuern unterzeichneten jeweils rund 25,3 Prozent der Eintragungsberechtigten, in Schäftlarn im Nachbarlandkreis München gar 28,6 Prozent. Das beste Ergebnis von den Städten im Landkreis erzielte Wolfratshausen mit 22,17 Prozent. Geretsried kam auf 15,92 Prozent, Bad Tölz auf 14,64 Prozent.

Ebenso wie in ganz Bayern war die Resonanz auf das Volksbegehren Artenvielfalt deutlich größer als auf seine Vorgänger. Das Begehren für "echten Nichtraucherschutz" im Jahr 2009 hatten lediglich 12,1 Prozent der stimmberechtigten Landkreisbürger unterschrieben; jenes im Jahr 2013 gegen Studiengebühren in Bayern unterzeichneten 11,4 Prozent.

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